Das Sandsteinrelief zeigt eine Sau, an deren Zitzen Menschen saugen, die Juden darstellen sollen. Ein Rabbiner blickt dem Tier unter den Schwanz. Mit solchen Darstellungen sollten Juden im Mittelalter davon abgeschreckt werden, sich in der jeweiligen Stadt niederzulassen. Ähnliche Spottplastiken finden sich auch am Kölner und Regensburger Dom sowie am Dom zu Brandenburg. (Bild: Wolfgang Kil)
Das Sandsteinrelief zeigt eine Sau, an deren Zitzen Menschen saugen, die Juden darstellen sollen. Ein Rabbiner blickt dem Tier unter den Schwanz. Mit solchen Darstellungen sollten Juden im Mittelalter davon abgeschreckt werden, sich in der jeweiligen Stadt niederzulassen. Ähnliche Spottplastiken finden sich auch am Kölner und Regensburger Dom sowie am Dom zu Brandenburg. (Bild: Wolfgang Kil)
Kunsthandwerklich gestaltete Tafel, mit der die Gemeinde ihre Distanz zum antisemitischen Relief an der Kirchenfassade bekundet. (Bild: Wolfgang Kil)
Kunsthandwerklich gestaltete Tafel, mit der die Gemeinde ihre Distanz zum antisemitischen Relief an der Kirchenfassade bekundet. (Bild: Wolfgang Kil)
Lutherstadt Wittenberg, Stadtkirche
Berlin, Walter Benjamin Platz
Schriftprägung am Walter Benjamin Platz in Berlin, Architekt ist Hans Kollhoff (Bild: Fridolin Freudenfett, 4. Juni 2019 / Wikimedia Creative Commons)
Schriftprägung am Walter Benjamin Platz in Berlin, Architekt ist Hans Kollhoff (Bild: Fridolin Freudenfett, 4. Juni 2019 / Wikimedia Creative Commons)
Walter Benjamin Platz in Berlin-Charlottenburg (Bild: Wolfgang Kil)
Walter Benjamin Platz in Berlin-Charlottenburg (Bild: Wolfgang Kil)
Politische Ästhetik
Dass mit der Entfernung des umstrittenen Pound-Zitats in Berlin ein solcher nun tatsächlich stattgefunden hat, dürfte sich mit Blick auf die durchaus ertragreiche Debatte als kontraproduktiv erweisen. Selbst der skandalträchtigste „Stein des Anstoßes“, der am Ende bloß noch als Aktenvorgang verfügbar ist, wird die Gemüter nur mäßig, und bald gar nicht mehr erregen. Dabei ist der wahre Grusel dieses Ortes, der als Triumphschneise arroganter Geldherrschaft gegen alle Anwohnerproteste durchgedrückt wurde, noch überhaupt nicht thematisiert. Als kalter Stachel im Frohsinn der Partymetropole gehört der zum ambivalenten Geschichtsbild Berlins um die Jahrtausendwende unbedingt dazu.
3) Arch+ Nr. 235 vom 25. Mai 2019
Das ist es mir wert
- 1https://www.mdr.de/sachsen-anhalt/dessau/wittenberg/urteil-zu-judensau-relief-an-stadtkirche-wittenberg-104.htmlhttps://www.welt.de/kultur/architektur/article205435351/Ezra-Pound-Antisemitisches-Zitat-auf-Walter-Benjamin-Platz-in-Berlin-entfernt.html
- 2https://www.mdr.de/sachsen-anhalt/dessau/wittenberg/urteil-zu-judensau-relief-an-stadtkirche-wittenberg-104.htmlhttps://www.welt.de/kultur/architektur/article205435351/Ezra-Pound-Antisemitisches-Zitat-auf-Walter-Benjamin-Platz-in-Berlin-entfernt.html
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