Umbau eines Ladengeschäftes zum Architekturbüro in Karlsruhe (baurmann.dürr architekten; Karlsruhe; Bild: Stephan Baumann, StadtBauKultur NRW e. V.)
In vielen Städten stecken die Wirtschaftsförderung, das Innenstadtmanagement oder eine Interessen- und Standortgemeinschaft viel Energie in die Wiederbelebung des Einzelhandels. Bild: Sebastian Becker, StadtBauKultur NRW e. V.
In vielen Städten stecken die Wirtschaftsförderung, das Innenstadtmanagement oder eine Interessen- und Standortgemeinschaft viel Energie in die Wiederbelebung des Einzelhandels. Bild: Sebastian Becker, StadtBauKultur NRW e. V.
Analyse und Perspektive
- Städte in ausgeprägter Wettbewerbssituation, insbesondere Klein- und Mittelstädte,
- Innenstädte und Stadtteilzentren mit ausgedehnten Geschäftsbereichen,
- Randlagen von Innenstädten und Stadtteilzentren sowie
- Stadtteilzentren mit einer schwachen Angebotsbreite und –tiefe.
Um die Perspektiven von Einkaufsstraßen nachvollziehbar einordnen zu können, wird in der Studie „Einkaufsstraßen neu denken!“ ein zweistufiges Prüfschema vorgestellt, das von betroffenen Städten zur Einordnung von in die Krise geratenen Straßen eingesetzt werden kann. Zunächst ist dabei eine Risikoanalyse durchzuführen, die aufzeigt, in welchem Maß eine Einkaufsstraße gefährdet ist, ihre bisherige Funktion nicht mehr oder nur noch unzureichend erfüllen zu können. Diese Analyse stellt für alle Beteiligten eine Diagnose dar, die in der Stadtgesellschaft, Politik und Verwaltung zu diskutieren ist. Die jeweilige Situation ist dabei nicht als absolut zu betrachten, sondern jeweils neu in den gesamtstädtischen Kontext zu stellen. Im zweiten Schritt geht es dann darum, präzise mögliche Perspektiven für die einzelnen Straßen herauszuarbeiten; also zu prüfen, was für den Erhalt der Geschäftsstraßenfunktion und was für eine Neuorientierung spricht. Auch kann aus dieser Analyse abgeleitet werden, welche neue Funktionen in Frage kommen könnten.
Ehemalige Ladenlokale im Erdgeschoss eignen sich sehr gut für eine gemeinschaftlich genutzte Lobby. Bild: The Cat’s Pajamas; StadtBauKultur NRW e. V.
Ehemalige Ladenlokale im Erdgeschoss eignen sich sehr gut für eine gemeinschaftlich genutzte Lobby. Bild: The Cat’s Pajamas; StadtBauKultur NRW e. V.
In der primär an Kommunen als Adressat gerichteten Publikation werden verschiedene Nutzungsalternativen sowie die den funktionalen Wandel bestimmenden Einflussgrößen und Faktoren dargestellt und konkrete Handlungsansätze aufgezeigt. Es handelt sich dabei im Einzelnen um die Optionen Dienstleistungen, innerstädtisches Wohnen oder urbane Produktion, also Handwerk und Gewerbe im innerstädtischen Kontext sowie um die Nutzungsbausteine Gastronomie, soziale Infrastruktur sowie innerstädtische Frei- und Grünflächen.
Handlungsansätze und Planungsstrategien
Ob Lobby, Laden oder Fahradparkplatz: Es ist vieles denkbar. (Bild: Holger Pump-Uhlmann, StadtBauKultur NRW e. V.)
Ob Lobby, Laden oder Fahradparkplatz: Es ist vieles denkbar. (Bild: Holger Pump-Uhlmann, StadtBauKultur NRW e. V.)
Für Gemeinschaftsnutzungen wie Fahrradabstellplätze sind ehemalige Ladenlokale gut zu nutzen. Bild: homebnc.com; StadtBauKultur NRW e. V.
Für Gemeinschaftsnutzungen wie Fahrradabstellplätze sind ehemalige Ladenlokale gut zu nutzen. Bild: homebnc.com; StadtBauKultur NRW e. V.
Zusätzlich werden Hinweise auf mögliche Schwierigkeiten gegeben, die früh beachtet werden sollten. Generell muss auf jeder Handlungsebene auf eine gute architektonische und städtebauliche Gestaltung Wert gelegt werden. Nur so können die vorgeschlagenen Handlungsansätze und -empfehlungen ihr Potenzial entfalten. Alle Teile sollten in einer kohärenten und attraktiven Weise so zueinander geordnet werden, dass sie die Straßen aufwerten sowie die Straßenhierarchie und die Notwendigkeit öffentlicher Räume berücksichtigen.
Die frühere Einzelhandelsnutzung spiegelt sich in der Gestaltung der Suiten des dezentralen Grätzlhotels in Wien. Bild: Monika Nguyen, StadtBauKultur NRW e. V.
Die frühere Einzelhandelsnutzung spiegelt sich in der Gestaltung der Suiten des dezentralen Grätzlhotels in Wien. Bild: Monika Nguyen, StadtBauKultur NRW e. V.