Eckansicht auf den Neubau Kolk 18, der in den beiden Obergeschossen das Figurentheater aufnimmt. (Bild: Alexander de Cuveland)
Eckansicht auf den Neubau Kolk 18, der in den beiden Obergeschossen das Figurentheater aufnimmt. (Bild: Alexander de Cuveland)
Gelegen ist das Ensemble unterhalb der gewaltigen Stützmauer des Kirchplateaus von St. Petri, am Rand der westlichen Innenstadt Lübecks. Es verteilt sich auf mehrere Häuser im Konglomerat der Altstadt, die sich hier ursprünglich zur Trave geöffnet hatte. Das Theater ist im nördlichen Komplex untergebracht, der sich insgesamt über vier Häuser erstreckt. Man betritt es durch den sanierten Altbau, den denkmalgeschützten Bau aus dem 16. Jahrhundert, der nun ein hohes Foyer und darüberliegend ein Depot und noch darüber einen Proberaum aufnimmt. Das schmale Nachbarhaus erweitert das Foyer, nimmt einen Aufzug und oben Backstageräume und Sanitäranlagen auf.
Eckansicht auf das sanierte und umgebaute Gebäude Kolk 14, rechts anschließend Neubau Pagönnienstraße 1, im Hintergrund das Museum. (Bild: Alexander de Cuveland)
Eckansicht auf das sanierte und umgebaute Gebäude Kolk 14, rechts anschließend Neubau Pagönnienstraße 1, im Hintergrund das Museum. (Bild: Alexander de Cuveland)
Blick durch die Kleine Petersgrube in Richtung Kolk und Petrikirche, rechts das Museum, links der Theaterneubau mit geöffneten Fensterläden. (Bild: Alexander de Cuveland)
Blick durch die Kleine Petersgrube in Richtung Kolk und Petrikirche, rechts das Museum, links der Theaterneubau mit geöffneten Fensterläden. (Bild: Alexander de Cuveland)
Durch diese räumliche Neuorganisation kann sich das Foyer im Altbau zum großzügigen Raum freispielen, die historischen Deckenbalken wurden freigelegt, das im letzten Jahrhundert verbaute gotische Portal und das dazugehörige Dielenfenster wurde nach Befund wiederhergestellt, die Konstruktion durch Stahlträger ergänzt, historisches Mauerwerk saniert und durch neues ergänzt. Im Neubau dominiert Sichtbeton, bis ins erste Obergeschoss ist die Konstruktion in Stützen aufgelöst, die die historische Außenwand sichtbar lassen und wegen des Baugrunds eng stehen müssen. Dass im Grund auch Reste eines Backsteinhauses gefunden wurden, hat die Fertigstellung des Projekts etwas verzögert – immerhin gehören sie zum ältesten bislang bekannten Ziegelbau Lübecks.
Das Theaterfoyer in Kolk 14 mit der neuen Tragkonstruktion und dem Blick auf die ehemalige Grenzwand zu Kolk 16. (Bild: Alexander de Cuveland)
Das Theaterfoyer in Kolk 14 mit der neuen Tragkonstruktion und dem Blick auf die ehemalige Grenzwand zu Kolk 16. (Bild: Alexander de Cuveland)
Blick vom acht Meter höher gelegenen Petrikirchhof auf Museum, Theaterneubau und Altbau mit Theaterfoyer und Proberaum (von links nach rechts). (Bild: Alexander de Cuveland)
Blick vom acht Meter höher gelegenen Petrikirchhof auf Museum, Theaterneubau und Altbau mit Theaterfoyer und Proberaum (von links nach rechts). (Bild: Alexander de Cuveland)
Erdgeschoss im Museum unterhalb einer der beiden Doppelhelixtreppen mit Blick auf das Kabinett im ersten Obergeschoss. (Bild: Alexander de Cuveland)
Erdgeschoss im Museum unterhalb einer der beiden Doppelhelixtreppen mit Blick auf das Kabinett im ersten Obergeschoss. (Bild: Alexander de Cuveland)
Figurentheater & Museum Kolk 17, 23552 Lübeck
Bauherrin: Kolk 17 GmbH / Possehl-Stiftung Lübeck
Architektur: Konermann Siegmund Architekten BDA Stadtplaner, Hamburg/Lübeck
Georg Konermann-Dall und Ingo Siegmund
Projektleitung: Annette Krüger, Marcel Grunert, Sören Benjamin Hohner
Bauleitung: Sören Benjamin Hohner, Sebastian Klöhn
Tragwerksplanung / Brandschutz / Bauphysik: Back Ingenieure, Lübeck
TGA: Planungsgruppe KMO, Eutin
Lichtplanung: Andres + Partner, Hamburg
Ausstellungsgestaltung: Demirag Architekten, Stuttgart
Tiefbauplanung: ISP Ingenieurgesellschaft Siebert & Partner, Lübeck
Projektsteuerung: Hitzler Ingenieure, Hamburg
Farbkonzepte: Angela Siegmund, Lübeck
Brutto-Rauminhalt: 8.505 m³
Nutzfläche: 1.292 m²
Realisierungswettbewerb: November 2017 – 1.Preis
Baubeginn: Juni 2020
Fertigstellung und Inbetriebnahme: August 2025
Fotografie: Alexander de Cuveland
Meeresmuseum Stralsund
Blick auf das Meeresmuseum von Westen. Gut zu erkennen das neu zwischen Kirchenportal und Stadtmauer eingefügte Foyer. (Bild: Brigida González)
Blick auf das Meeresmuseum von Westen. Gut zu erkennen das neu zwischen Kirchenportal und Stadtmauer eingefügte Foyer. (Bild: Brigida González)
Sensibel ist die Konstruktion für das neue Foyer mit Shop so eingefügt, dass die Stadtmauer mit ihren Zeitspuren sichtbar ist und der Blick üner die Mauer hinweg erhalten bleibt. (Bild: Brigida González)
Sensibel ist die Konstruktion für das neue Foyer mit Shop so eingefügt, dass die Stadtmauer mit ihren Zeitspuren sichtbar ist und der Blick üner die Mauer hinweg erhalten bleibt. (Bild: Brigida González)
Lageplan mit Foyer vor Kirchenschiff und Schildkrötenbecken im Südwesten sowie dem neuen, über einen Gang an den Bestand angeschlossenen Großaquarium im Südosten des Areals
Lageplan mit Foyer vor Kirchenschiff und Schildkrötenbecken im Südwesten sowie dem neuen, über einen Gang an den Bestand angeschlossenen Großaquarium im Südosten des Areals
In sie war in den 1970ern eine zweigeschossige Konstruktion aus Stahlstäben eingezogen worden. Sie blieb in großen Teilen bestehen, wurde aber nun mittig so geöffnet, dass die Dimensionen des Kirchenschiffes besser und unmittelbar erlebt werden können. Der bislang erhöhte Chor wurde auf das Niveau des Schiffes gesenkt. Bei den Bauarbeiten war man auf die Reste der wahrscheinlich ältesten Kirche von Stralsund gestoßen, deren Grundriss nun im Boden ablesbar ist. Über den zweiten Stock der eingestellten Stahlkonstruktion kommt man nun in einen Flügel des westlichen Kreuzgangs und von dort über einen verglasten Gang, der den Orientierung bietenden Blick in den Hof der Anlage bietet, ins neue Großaquarium. Das Erdgeschoss dieses westlichen wie die Räume des zweiten Kreuzgangs werden übrigens vom Stadtmuseum genutzt.
Das beeindruckende, sich mit einer geneigten Scheibe über drei Geschosse ersteckende Aquarium ist ein neuer Höhepunkt des Museums. Für Besuchende nicht erkennbar, aber für die Qualität des Entwurfs genauso wichtig sind die kompakt daran sich angliedernden Räume für die Technik – von Futterzu- bis Wasseraufbereitung, die für kurze Wege und effektive Funktionsabläufe sorgen.
Verbindung zwischen Kirchenschiff und Schildkrötenbecken im alten Kreuzgang. (Bild: Brigida González)
Verbindung zwischen Kirchenschiff und Schildkrötenbecken im alten Kreuzgang. (Bild: Brigida González)
Vom Schildkrätenbecken führt der Weg zurück in die Foyerhalle – kann aber auch über eine neu geöffnete Verbindung über den Kreuzgang wieder in das Kirchenschiff führen. Der durch die Neubauten nun geschaffene Rundweg schafft es, alle Räume ohne Sackgassen zugänglich zu machen – eine gegenüber der bisherigen Wegeführung deutliche Verbesserung.
Die Dachkonstruktion der ehemaligen Sporthalle im neuen Eingangsbereich wurde sichtbar gemacht. (Bild: Brigida González)
Die Dachkonstruktion der ehemaligen Sporthalle im neuen Eingangsbereich wurde sichtbar gemacht. (Bild: Brigida González)
Blick ins Kirchenschiff vom Eingang im Westen. (Bild: Brigida González)
Blick ins Kirchenschiff vom Eingang im Westen. (Bild: Brigida González)
Neu in den Hof eingefügtes Großaquarium, das mit einem verglasten Gang an den Museumsrundgang angeschlossen ist. (Bild: Brigida González)
Neu in den Hof eingefügtes Großaquarium, das mit einem verglasten Gang an den Museumsrundgang angeschlossen ist. (Bild: Brigida González)
Sanierung und Erweiterung Meeresmuseum
Katharinenberg 14 – 20, 18439 Stralsund
Eingang Museum Bielkenhagen 10