Neues Markenzeichen der Galerie: die markante Außentreppe. (Bild: g2o)
Neues Markenzeichen der Galerie: die markante Außentreppe. (Bild: g2o)
Belebende Kontraste
Der Clou der neuen Treppe ist nicht ihr außergewöhnliches Erscheinungsbild, sondern auch, was sie im Innern bewirkt hat. Für diese Treppe sprachen zunächst praktische Gründe – die Galerie im Erdgeschoss, die Agentur im Obergeschoss und das Dach sollten unabhängig voneinander erschlossen werden. Doch gewonnen wurde damit im Innern statt des ursprünglichen Treppenhauses ein über zwei Geschosse reichender Raum, der genau diese Brise des Besonderen und Überraschenden einbringt, um die Gewerberäume zu solchen für die Kunst zu machen. Unterstrichen von linearer Beleuchtung, verbinden sich über diesen Raum die beiden Geschosse miteinander; so wird auch verdeutlicht, dass Galerie und Agentur zusammengehören.
Mischung aus alt und neu, bunt und roh. Das Obergeschoss beheimatet die Kreativagentur "Preuss und Preuss". (Bild: g2o)
Mischung aus alt und neu, bunt und roh. Das Obergeschoss beheimatet die Kreativagentur "Preuss und Preuss". (Bild: g2o)
Überraschung im Hof
Auf das vorher unzugängliche, bewachsene Dach wurde das Tinyhouse als provozierender Kontrast gesetzt, das die kindliche Vorstellung des freistehenden Einfamilienhauses aufgreift; entworfen hat es der Künstler Richard Woods. Ausgestattet mit einem Bett, von dem aus durch den Schornstein in den Himmel geblickt werden kann, sowie ein kleines Bad, eine kleine Küche, bildet das Minihäuschen den Mittelpunkt eines Dachgartens als einen besonderen Ort für die Besucher:innen von Galerie und Agentur. Als Einheit sind sie eine belebende Überraschung im Hof, in einer Mischung aus sperrigem Bestand und eleganter Umnutzung gerade richtiger Ort, um Kunst zu entdecken.
Blick in die Galerieräume (Bild: g2o)
Blick in die Galerieräume (Bild: g2o)
Im Boden der Galerie sind die früheren Raumstrukturen ablesbar. (Bild: g2o)
Im Boden der Galerie sind die früheren Raumstrukturen ablesbar. (Bild: g2o)
Sanitärräume der Galerie. (Bild:g2o)
Sanitärräume der Galerie. (Bild:g2o)
Obergeschoss mit Blick auf die gelbe Küche. (Bild: g2o)
Obergeschoss mit Blick auf die gelbe Küche. (Bild: g2o)
Blick in die Räume der Kreativagentur. (Bild: g2o)
Blick in die Räume der Kreativagentur. (Bild: g2o)
Das neue Tinyhouse auf dem Dach, entworfen von Richard Woods
Das neue Tinyhouse auf dem Dach, entworfen von Richard Woods
Eingangsbereich der Galerie mit den erhaltenen Glasbausteinflächen. (Bild: g2o)
Eingangsbereich der Galerie mit den erhaltenen Glasbausteinflächen. (Bild: g2o)
Ort: Rotebühlstraße 175/1, 70197 Stuttgart
Bauherr: PREUSS UND PREUSS GmbH / Better Go South – Nina und Michi Preuss
Architektur: g2o GmbH /Michele Grazzini, Stephan Obermaier
Projektleitung Julia Boos
Leuchten Agentur OG: Modular Lighting
Leuchten Galerie: Hadler Leuchten
Gestaltung Tiny House Außen: Richard Woods RichardWoodsStudio
Fotografie: Michele Grazzini, g2o
320, Theater Naumburg, Umbau von Peter Zirkel Architekten, Foto Till Schuster, 2025
320, Theater Naumburg, Umbau von Peter Zirkel Architekten, Foto Till Schuster, 2025
Theater im Alten Schlachthof in Naumburg (Saale)
Sehen können, was sein kann
Der Theatersaal bei geöffnetem Vorhang. So kann der Raum auch beispielsweise für Konzerte, Vorträge oder Feiern genutzt werden. (Bild: Till Schuster)
Der Theatersaal bei geöffnetem Vorhang. So kann der Raum auch beispielsweise für Konzerte, Vorträge oder Feiern genutzt werden. (Bild: Till Schuster)
Augen und Ohren auf
Foxer mit Blich auf die Zugänge zu Theatersaal und Studiobühne. (Bild: Till Schuster)
Foxer mit Blich auf die Zugänge zu Theatersaal und Studiobühne. (Bild: Till Schuster)
So etwas wie das Signet der neuen Nutzung ist das Foyer, das als neuer Raum hinzugekommen ist. Als großzügiges Scharnier kreuzen sich in ihm die Wege, wird hier das Angebot des neuen Theaters auf Anhieb sichtbar, sind die bisherigen Außenfassaden ungekünstelter Ausdruck des Schwebezustands, in dem man sich in einem Foyer befindet: Schon angekommen, aber noch nicht am Ziel. Entweder voller Vorfreude und Erwartung, oder um vor dem Verlassen das Erlebte noch nachklingen zu lassen. Dieser so einfach wie selbstverständlich hergestellte Stimmung entspricht die Fassade aus verspiegeltem Glas, die den Bestand spiegelt und erst bei beleuchtetem Zustand zu einem sich öffnenden Eindruck wird: Herzlich willkommen im Theater.
Blick auf die Eingangsfront mit erleuchtetem Foyer. (Bild: Till Schuster)
Blick auf die Eingangsfront mit erleuchtetem Foyer. (Bild: Till Schuster)
Foyer mit Blick zum Eingang, links der Zugang zum Gastraum. (Bild: Till Schuster)
Foyer mit Blick zum Eingang, links der Zugang zum Gastraum. (Bild: Till Schuster)
Blick in die Studiobühne, in der 50 Zuschauerinnen und Zuschauer Platz finden können. (Bild: Till Schuster)
Blick in die Studiobühne, in der 50 Zuschauerinnen und Zuschauer Platz finden können. (Bild: Till Schuster)
Im Gastrobereich erinnert der unverputzte Tresen an die ehemalige Nutzung des Gebäudes als Schlachthof. (Bild: Till Schuster)
Im Gastrobereich erinnert der unverputzte Tresen an die ehemalige Nutzung des Gebäudes als Schlachthof. (Bild: Till Schuster)
Blick in die Theaterwerkstatt. (Bild: Till Schuster)
Blick in die Theaterwerkstatt. (Bild: Till Schuster)
Einige Gebäudeteile, wie zum Beispiel das Kulissenlager, werden baulich nur mit minimalem Aufwand an die neue Nutzung angepasst. (Bild: Till Schuster)
Einige Gebäudeteile, wie zum Beispiel das Kulissenlager, werden baulich nur mit minimalem Aufwand an die neue Nutzung angepasst. (Bild: Till Schuster)
Ort: Roßbacher Str. 12, 06618 Naumburg (Saale)
Bauherrschaft: Stadtverwaltung Naumburg
Nutzer: Theater Naumburg
Architektur: Peter Zirkel Gesellschaft von Architekten mbH, Dresden
Projektteam: Josephine Galiläer, Conrad Lohmann, Emanuel Schmidt
Tragwerk: Engelbach&Partner, Dresden
Bühnentechnik: itv Ingenieurgesellschaft für Theater- und Veranstaltungstechnik mbH, Berlin
Brandschutz: Brandschutz Consult, Ingenieurgesellschaft mbH, Leipzig
Akustik: Akustik Bureau Dresden, Ingenieurgesellschaft, Dresden
NRF: 1.900 qm
BGF: 2.370 qm
BRI: 9.560 cbm
Planungs- und Bauzeit: 01/2021 – 04/2025
Baukosten (KG 300-400): 3.600.000 €
Gesamtkosten (KG 200-700): 4.700.000 €
Fotografie: Till Schuster