Aktuell in der Architektur Galerie Berlin: Natascha Paulick – Granddaughter Meets Grandfather. (Bild: Natascha Paulick)
Aktuell in der Architektur Galerie Berlin: Natascha Paulick – Granddaughter Meets Grandfather. (Bild: Natascha Paulick)
Ausstellung HG Merz: Wildes Denken, 2019. Bild: Till Budde
Ausstellung HG Merz: Wildes Denken, 2019. Bild: Till Budde
Ausstellung LAVA – Nature Meets Technology, 2019. (Bild: Till Budde)
Ausstellung LAVA – Nature Meets Technology, 2019. (Bild: Till Budde)
Ausstellung Caruso St. John – Constructions and Refernces, 2017. (Bild: Jasmin Schuller)
Ausstellung Caruso St. John – Constructions and Refernces, 2017. (Bild: Jasmin Schuller)
Ausstellung Meili, Peter & Partner – Unikum, 2018. (Bild: Jasmin Schuller)
Ausstellung Meili, Peter & Partner – Unikum, 2018. (Bild: Jasmin Schuller)
Ausstellung :mlzd – InnenAussen, 2019. Bild: Eric-Jan Ouwerkerk
Ausstellung :mlzd – InnenAussen, 2019. Bild: Eric-Jan Ouwerkerk
Ulrich Müller versteht die Architektur Galerie Berlin als physisches Tool. Bilder von Ausstellungen der Architektur Galerie Berlin der letzten Jahre.
Physische Orte und digitale Strategien
Abstand und Mundschutz obligatorisch: Blick in die aktuelle Ausstellung der Architekturgalerie München – "Superstructure Homeoffice" von Florian Bengert. (Bild: Shujian Sun)
Abstand und Mundschutz obligatorisch: Blick in die aktuelle Ausstellung der Architekturgalerie München – "Superstructure Homeoffice" von Florian Bengert. (Bild: Shujian Sun)
Die Hygienevorschriften sind für die beiden Galerien zudem ein Problem – wenngleich Borgmann wie Müller ihre Richtigkeit betonen. In die Räumlichkeiten von Ulrich Müller dürfen nach den Vorschriften der lokalen Behörden maximal drei Personen gleichzeitig. An einen gewohnten Betrieb ist da nicht mehr zu denken. Die Galerie war und ist für Müller stets „primär ein physisches Tool.“ Er macht deutlich: „Seit zwanzig Jahren ‚predige‘ ich, dass die Ausstellungen Artefakte zum Anfassen, Riechen, Schmecken und zum räumlichen Erfahren präsentieren müssen.“ Architektur zum Begreifen also und als Anlass für Gespräch, Austausch und Netzwerken. Mindestens der gesellige Teil ist derzeit nicht denkbar. Auch deshalb hadern Nicola Borgmann und Ulrich Müller mit einer Verlegung ins Digitale. „Die Architekturgalerie München versteht sich als Plattform für den Diskurs über Architektur, als Ort, der über Veranstaltungen an Architektur interessierte Menschen aus aller Welt zusammenführt und für unsere Themen begeistert“, führt Borgmann aus und fügt lachend an: „Dies virtuell zu machen, ist nur der halbe Spaß.“
Ulrich Müller. (Bild: Christian Kopp)
Ulrich Müller. (Bild: Christian Kopp)
Peter Cachola Schmal (Bild: Kirsten Bucher)
Peter Cachola Schmal (Bild: Kirsten Bucher)
Böhm100 – Der Betondom von Neviges im Auditorium. (Bild: Moritz Bernoully)
Böhm100 – Der Betondom von Neviges im Auditorium. (Bild: Moritz Bernoully)
Böhm100 – Der Betondom von Neviges im Auditoriumsumgang. (Bild: Moritz Bernoully)
Böhm100 – Der Betondom von Neviges im Auditoriumsumgang. (Bild: Moritz Bernoully)
Die Neue Heimat (1950–1982). (Bild: Moritz Bernoully)
Die Neue Heimat (1950–1982). (Bild: Moritz Bernoully)
The Playground Project im Erdgeschoss. (Bild: Moritz Bernoully)
The Playground Project im Erdgeschoss. (Bild: Moritz Bernoully)
Sieger des DAM–Preises: Neubau der James-Simon-Galerie, Berlin von David Chipperfield Architects. (Bild: Moritz Bernoully)
Sieger des DAM–Preises: Neubau der James-Simon-Galerie, Berlin von David Chipperfield Architects. (Bild: Moritz Bernoully)
Bilder aktueller Ausstellungen im Deutschen Architekturmuseum
Neue Heimat, ja – Lego, nein
Der Weg durchs Deutsche Architektur Museum ist festgelegt. (Bild: Peter Cachola Schmal)
Der Weg durchs Deutsche Architektur Museum ist festgelegt. (Bild: Peter Cachola Schmal)
Für Ulrich Müller in Berlin stellt sich das derzeit nicht ganz so einfach dar. Zwar stehen die Türen auch zu seine Galerie seit dem 5. Mai wieder offen, gezeigt wird derzeit „Natascha Paulick. Granddaughter Meets Grandfather“, allerdings ohne die üblichen Events. Die Eröffnung mit Gabi Dolff-Bonekämper und das Galeriegespräch mit Eduard Kögel, die einen wesentlichen Teil des Programms ausmachen, sind den Einschränkungen zum Opfer gefallen. Als Ersatz dafür bietet die Galerie tägliche Führungen mit Natascha Paulick an, deren Großvater den Kiez, in dem sie selbst wohnt und die Galerie ansässig ist, in den 1950er Jahren mit geplant hat. Neben den für den Moment abgesagten Ausstellungen wird aufgrund der drastischen Einschränkungen in Polen auch die Ausstellung von Tomasz Konior im Sommer nicht stattfinden können. Die Architekturausstellungen lassen sich dabei theoretisch leicht nachholen. Anders sieht es mit dem Jubiläum aus: „Für das Galeriejubiläum ist es bitter“, konstatiert Ulrich Müller. Bei den drei zu diesem Anlass geplanten Veranstaltungen sollten die von ihm geschätzten KollegInnen Nicola Borgmann, Kristin Feireiss, Angelika Fitz und Martino Stierli zu Wort kommen, als weitere Gäste hatten unter anderem Louisa Hutton und Ines Weizman zugesagt. „Nun ist der Höhepunkt des Jahres ausgefallen und lässt sich für eine so kleine Institution wie die Galerie nicht so einfach neu organisieren.“
Plötzlich aktuell
Nicola Borgmann in Äthopien, wo sie mit der Architekturgalerie München ein Design-Build-Projekt realisiert. (Bild: Tilahun Kassa)
Nicola Borgmann in Äthopien, wo sie mit der Architekturgalerie München ein Design-Build-Projekt realisiert. (Bild: Tilahun Kassa)
Aktuell: „Superstructure Homeoffice“. (Bild: Florian Bengert)
Aktuell: „Superstructure Homeoffice“. (Bild: Florian Bengert)
Zum Jubiläum (35 Jahre) wird ein Band mit Münchner Freiräumen erschienen. Im Bild die Theresienwiese. (Bild: Michael Heinrich)
Zum Jubiläum (35 Jahre) wird ein Band mit Münchner Freiräumen erschienen. Im Bild die Theresienwiese. (Bild: Michael Heinrich)
Wird vom 23. Juli bis 4. September gezeigt: Arbeiten von Matthias Loebermann. (Bild: Ralf Dieter Bischoff)
Wird vom 23. Juli bis 4. September gezeigt: Arbeiten von Matthias Loebermann. (Bild: Ralf Dieter Bischoff)
In Südäthiopien entsteht mit den Studenten der Universität von Arba Minch eine Schule. (Bild: Nicola Borgmann)
In Südäthiopien entsteht mit den Studenten der Universität von Arba Minch eine Schule. (Bild: Nicola Borgmann)
Wohnsiedlung Sendling, Maier.Neuberger.Architekten. (Bild: The Pk. Odessa Co / Lanz & Schels)
Wohnsiedlung Sendling, Maier.Neuberger.Architekten. (Bild: The Pk. Odessa Co / Lanz & Schels)
Aktuelle Ausstellung und weitere Projekte der Architekturgalerie München
Die Sorge um die eigene Zukunft eint beide Galerien. Nicola Borgmann benennt die Konsequenzen deutlich: „Wenn die Versammlungsauflagen dauerhaft so bleiben, ist der Betrieb nicht weiterzuführen.“ Ulrich Müller schlägt in Berlin ähnliche Töne an. „lm Extremfall heißt das: Wenn sich der aktuelle Zustand verstetigt, ist das aktuell etablierte Format der Galerie in Zukunft vielleicht gar nicht mehr möglich.“ Die bittere Ironie dabei: Um das Verhältnis zwischen Analog und Digital sollten sich auch die Fragen drehen, die Ulrich Müller zum 20-jährigen Galeriejubiläum mit Nicola Borgmann, Angela Fitz, Louisa Hutton und Kristin Feireiss diskutieren wollte: „In drei Veranstaltungen sollte besprochen werden, wie wir als Ausstellungs-Locations mit den Herausforderungen des Digitalen umgehen. Die Pandemie hat das Thema auf eine Art und Weise und in einer Geschwindigkeit aktuell gemacht, dass wir im wahrsten Sinne des Wortes nicht mehr hinterher kommen.“Die Architekturgalerie München zeigt bis zum 13. Juni Superstructure Homeoffice, danach Maier.Neuberger.Architekten, Projekte und Perspektiven. Weitere Information >>>
Die Architektur Galerie Berlin zeigt bis zum 21. Juni Natascha Paulick – Granddaughter Meets Grandfather, danach Konior Studio Weitere Information >>>
Die Berliner Architekturgalerie Aedes, die 2020 ihr 40-Jähriges feiert (gefeiert wird kommendes Jahr), zeigt mit den Abstandsverhältnissen angepassten Führungen das lang erarbeitete Programm. Weitere Informationen >>>
Das Deutsche Architekturmuseum zeigt The Playground Project bis zum 21. Juni; Böhm 100 – Der Betondom von Neviges bis zum 27. September, DAM-Preis bis zum 20. September und Die Neue Heimat (1950-1982) bis zum 10. Oktober. Weitere Information >>>