Dresden, Fußweg- und Straßenbeleuchtung der Dr. Rudolf-Friedrichsbrücke, ab 1991 wieder Carolabrücke. Metall, Pexiglas. Übernommen von der Landeshauptstadt Dresden LfDSN, Bauteilsammlung, Fotografie: Annie Sack-Engelbrecht. (Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung)
Dresden, Fußweg- und Straßenbeleuchtung der Dr. Rudolf-Friedrichsbrücke, ab 1991 wieder Carolabrücke. Metall, Pexiglas. Übernommen von der Landeshauptstadt Dresden LfDSN, Bauteilsammlung, Fotografie: Annie Sack-Engelbrecht. (Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung)
Veränderungsdruck
Matthäus Daniel Pöppelmann (1662-1732), Dresden, Japanisches Palais. Dekorationsentwurf zum Dach in Form einer Bemalung oder durch Eindeckung mit Porzellanziegeln, 1729/30. (Quelle: Landesamt für Denkmalpflege Sachsen)
Matthäus Daniel Pöppelmann (1662-1732), Dresden, Japanisches Palais. Dekorationsentwurf zum Dach in Form einer Bemalung oder durch Eindeckung mit Porzellanziegeln, 1729/30. (Quelle: Landesamt für Denkmalpflege Sachsen)
Zu den besonderen Verdiensten der von Silke Kosbab kuratierten Ausstellung gehört es, neben der deutschen bzw. sächsischen Dimension des Phänomens Denkmalpflege auch deren europäische Bedeutung im Blick zu behalten. Die organisatorischen Anfänge des Sächsischen Denkmalarchivs reichen bis zu dem 1825 gestifteten Sächsischen Verein für Altertumswissenschaft zurück. Dessen Ziel war es, kulturgeschichtlich bedeutsame Denkmäler im Königreich Sachsen zu dokumentieren, um sie schützen zu können. Sitz des Vereins war damals das Palais im Großen Garten, von dem man sich gut vorstellen könnte, dass dort einstmals die Bestände dieses Archivs dauerhaft präsentiert werden. Eine zentrale Rolle für den Altertumsverein spielte der seit 1854 regierende sächsische König Johann von Sachsen (1801–1873). Als Denkmalpfleger auf dem Thron erkannte er bereits: „Erforschung und Erhaltung, beide müssen Hand in Hand gehen. Nur was erstere entdeckt und nach seinem historischen und artistischen Werthe geschätzt hat, verdient die erhaltende Vorsorge und diese Vorsorge bewahrt wieder für viele eigentliche historische Forschungen ein wichtiges inhaltreiches Material. Beide aber verfolgen gemeinschaftlich ein höheres Ziel, Erweckung und Belebung der Liebe des Volkes zu seiner Vorzeit, aus welcher jede Nation, wie Antäus, aus der Berührung mit der Mutter Erde, stets neue Kraft und Begeisterung schöpft.“
Anschaulich zeigt die Ausstellung die rasanten Beschleunigungs- und Transformationsprozesse des 19. Jahrhunderts etwa bei Verkehrsbauten wie den Leipziger Bahnhöfen auf. Kaum errichtet, galten sie bald als unzureichend und mussten wieder Neubauten weichen – bis hin zu dem bis heute schönsten deutschen Bahnhof, dem grandiosen Leipziger Hauptbahnhof nach Entwurf von Lossow und Kühne (1909-15).
Beharrlich setzte sich der Altertumsverein dafür ein, den Bestand der sächsischen Denkmale systematisch zu erfassen. Mit Erfolg: In den 1880er-Jahren erhielt der Architekt Richard Steche (1837-1893) den Auftrag vom Königlich Sächsischen Ministerium des Innern, die Denkmale des Landes zu inventarisieren. In nicht einmal zehn Jahren entstanden so 15 Inventarbände. Denkmalwert erschienen Steche dabei vor allem Kirchen, Klöster, Schlösser und Herrenhäuser. Doch er nahm auch bereits profane Zeugnisse der gebauten Vergangenheit wie Bürgerhäuser oder Wehranlagen in den Blick.
Denkmalkultur
Bautzen, Alte Wasserkunst, Inventariasationsblatt, Längsschnitt und Grundrisse mit Querschnitten des Turmes und fotografischer Aufnahme von Fritz Rauda, 1904/05. Vorzeichnung für: Cornelius Gurlitt, Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreiches Sachsen, Band 33 (Stadt), Dresden 1909, S. 271, Fig. 255-257 (Quelle: Landesamt für Denkmalpflege Sachsen)
Bautzen, Alte Wasserkunst, Inventariasationsblatt, Längsschnitt und Grundrisse mit Querschnitten des Turmes und fotografischer Aufnahme von Fritz Rauda, 1904/05. Vorzeichnung für: Cornelius Gurlitt, Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreiches Sachsen, Band 33 (Stadt), Dresden 1909, S. 271, Fig. 255-257 (Quelle: Landesamt für Denkmalpflege Sachsen)
Steches Nachfolger, der umtriebige Cornelius Gurlitt (1850-1938), setzte dessen Inventarisierungsarbeit in Sachsen erfolgreich fort. Darüber hinaus wirkte er als einflussreicher Hochschullehrer und Publizist, wobei er sich mit dem Barock ebenso befasste wie mit dem Städtebau. Wie sehr die zeichnerische Aufnahme auch von Details der Denkmale eine eigene Handschrift bis hin zur selbstständigen künstlerischen Qualität entwickeln konnte, zeigt die Ausstellung anhand der eindrucksvollen Arbeiten von Fritz Rauda (1879-1945), die als verkleinerte Illustrationen Aufnahme in Gurlitts Veröffentlichungen fanden.
Dresden, Zwinger, "Puttenarium Zwingeri Dresdensiae", Titel und Dtenblatt "Putte mit Füllhorn" (Auszug), um 1936 mit handschriftlichen Nachträgen nach 1945, Landesamt für Denkmalpflege, Bibliothek (Quelle: Landesamt für Denkmalpflege Sachsen)
Dresden, Zwinger, "Puttenarium Zwingeri Dresdensiae", Titel und Dtenblatt "Putte mit Füllhorn" (Auszug), um 1936 mit handschriftlichen Nachträgen nach 1945, Landesamt für Denkmalpflege, Bibliothek (Quelle: Landesamt für Denkmalpflege Sachsen)
Gegenwartsbezug
Eberhard Wolf: Modell für eine Reliefwand "Schweinezucht" in Dresden-Wilschdorf, heute in der Bauteilsammlung. 1979 (Quelle: Landesamt für Denkmalpflege Sachsen)
Eberhard Wolf: Modell für eine Reliefwand "Schweinezucht" in Dresden-Wilschdorf, heute in der Bauteilsammlung. 1979 (Quelle: Landesamt für Denkmalpflege Sachsen)
In der Vielschichtigkeit der sehenswerten Ausstellung spiegelt sich die Vielschichtigkeit der Bestände des Sächsischen Denkmalarchivs, das sich als ein lebendiges Arbeitsinstrument für die Denkmalpflege in Sachsen erweist. Zugleich ermöglicht es damit nicht nur den Fachleuten einen sinnlichen und anschaulichen Zugang zu der Arbeit einer zeitgenössischen Denkmalpflege.
Bis 27. Februar 2026 im Ständehaus an der Brühlschen Terrasse, Dresden.
(https://www.denkmalpflege.sachsen.de/ausstellungen-4031.html).