AKIRA, cut no. 1, Final production background, Detail. Toshiharu Mizutani, Poster colour on paper, 93 x 53 cm
AKIRA, cut no. 1, Final production background, Detail. Toshiharu Mizutani, Poster colour on paper, 93 x 53 cm
AKIRA, cut no. 182. Final production background. Toshiharu Mizutani, Poster colour on paper, 55 x 42 cm
AKIRA, cut no. 182. Final production background. Toshiharu Mizutani, Poster colour on paper, 55 x 42 cm
AKIRA, cut no. 700, Final production background. Toshiharu Mizutani, Poster colour on paper, 26 x 37 cm
AKIRA, cut no. 700, Final production background. Toshiharu Mizutani, Poster colour on paper, 26 x 37 cm
AKIRA, cut no. 214, Final production background. Toshiharu Mizutani, Poster colour on paper, 25,5 x 37 cm
AKIRA, cut no. 214, Final production background. Toshiharu Mizutani, Poster colour on paper, 25,5 x 37 cm
Von den rund 20 am Film beteiligten Künstlern sind heute lediglich acht namentlich bekannt. Zwei von ihnen stellt Anime-Experte Riekeles in seiner Ausstellung vor, die beiden Artdirektoren Toshiharu Mizutani und Hiroshi Ohno. Gezeigt werden auch deren Arbeitsplätze, wo auf engstem Raum die bemerkenswert präzisen Bilder entstanden, die anschließend auf der großen Kinoleinwand zu sehen sind. Gemalt wird dort bis heute mit Pinsel und einer pigmentreichen Plakatfarbe, die für eine besondere Strahlkraft der Bilder sorgt. Zudem trocknet sie schnell und ist kostengünstig.
So menschenleer wie sich die Hochhauswelten von Neo-Tokyo in der Ausstellung präsentieren, erinnern sie an die immer noch gängige Praxis, Architektur unbelebt zu fotografieren. Doch dank ihrer kräftigen Palette wirken die Bilder Neo-Tokyos um vieles atmosphärischer, als die oft farbentleerte zeitgenössischen Projektpräsentationen in der Fotografie. Zugleich setzen die Veduten aus „Akira“ eine Kaskade an Assoziationen frei. Das reicht von den Carceri Piranesis über die metabolitischen Bauten Kenzo Tanges zu Filmbauten aus Fritz Langs Metropolis. Ja, es sind Stadtansichten zu sehen, in denen man sich die melancholischen Protagnisten aus Edward Hoppers Gemälden vorstellen könnte. Vermutlich ließen sich etliche weitere Verweise auf japanische Mangas und Holzschnitte entdecken. Doch auch jenseits ihrer Verankerung in westlichen wie fernöstlichen Bildgedächtnissen, lassen sich die Veduten des untergegangenen Neo-Tokyos als kunstfertige Stadtansichten genießen, die beim Wiedersehen im belebten Film staunen lassen, in einer Zukunft, die bereits Vergangenheit ist.
AKIRA, cut. no. 2211/ Final production background. Hiroshi Ohno, Poster colour on paper, 50 x 36 cm
AKIRA, cut. no. 2211/ Final production background. Hiroshi Ohno, Poster colour on paper, 50 x 36 cm
bis 4. September 2022
Museum für Architekturzeichnung, Berlin
Stefan Riekeles: Anime Architecture. Imagined Worlds and Endless Megacities. Thames and Hudson, London 2020