Blick aus Osten auf den Neubau, es ist die Ansicht, die sich zum Bahnhofs Sülmertor zeigt. Bild: Brigida González
Blick aus Osten auf den Neubau, es ist die Ansicht, die sich zum Bahnhofs Sülmertor zeigt. Bild: Brigida González
In direkter Nachbarschaft zu einem Stadtteilbahnhof ist das fünfgeschossige Gebäude nicht nur neue Visitenkarte des Gebiets. 2200 Quadratmeter der insgesamt etwa 7500 Quadratmeter Bruttogeschossfläche sind Büro- und Werkstatträumen vorbehalten, sie liegen in den oberen beiden Geschossen; darunter befinden sich auf drei Ebenen die Flächen für Betriebsfahrzeuge und Großgeräte. Der Neubau ist damit auch ein Beispiel für eine flächensparende Gewerbearchitektur – dass auch auf diesem Feld enorme Verdichtungspotenziale bestehen, wird leider zu oft außen vor gelassen. Energetisch sinnvoll und organisatorisch praktisch ist der mehrgeschossige Gewerbebau allemal.
Um die Tragstruktur aus einer Betonrahmenkonstruktion legt sich im Bereich von Parkflächen und Erschließung eine perforierte Hülle aus perlmausgrau pulverbeschichteten Aluminiumblechen; die Büroräume der oberen Gechosse sind verglast. Diese Fasadenkonstruktion wurde geschossweise gespannt und benötigt keine zusätzliche horizontale Unterkonstruktion. Durch das geschossweise Versetzen der Sicken um jeweils ein Segment werden die einzelnen Gebäudeebenen ablesbar und das Fassadenbild belebt.
Da der Lochungsanteil der Bleche bei etwa 50 Prozent liegt, können die Parkebenen natürlich be- und entlüftet werden. Der hohe Lochanteil erzeugt ein hohes Maß an Transparenz und Durchlässigkeit und macht aus dem Wechsel von den Glas- und Metallfassaden und dem im fünften Obergeschoss zu einem Riegel reduzierten Geschoss ein belebendes Changieren aus Volumen, Oberflächen und Lichtverhältnissen.
Blick von Nordosten. Bild: Brigida González
Blick von Nordosten. Bild: Brigida González
Werkstatträume im Erdgeschoss. Bild: Brigida González
Werkstatträume im Erdgeschoss. Bild: Brigida González
Funktion und Fassade sind aufeinander abgestimmt. Bild: Brigida González
Funktion und Fassade sind aufeinander abgestimmt. Bild: Brigida González
Geschossweise wurden die Fassadenelemente gegeneinander versetzt. Bild: Brigida González
Geschossweise wurden die Fassadenelemente gegeneinander versetzt. Bild: Brigida González
Dank der Fassade werden die Parkgeschosse natürlich belichtet und belüftet. Bild: Brigida González
Dank der Fassade werden die Parkgeschosse natürlich belichtet und belüftet. Bild: Brigida González
Büro- und Werkstattgebäude der Heilbronner Versorgungs GmbH, Etzelstraße 1, 74076 Heilbronn
Bauherr
: Heilbronner Versorgungs GmbH, Heilbronn
Architekten: petry + wittfoht freie architekten bda
BGF: 8.140 Quadratmeter
Baukosten: 8.960.000,- € netto
Planung und Ausführung: 2015 – 2018
Statik: Knippers Helbig GmbH, Tübinger Str. 12-16, 70178 Stuttgart
Akustik und Bauphysik: Bobran Ingenieure Akustik und Bauphysik, Zur Uhlandshöhe 2, 70188 Stuttgart
HLS: Juppenplatz Ingenieure GmbH, Fenchelstraße 14, 70619 Stuttgart
Elektro: pbs Ingenieure, Wilhelm-Maier-Straße 10, 73257 Köngen
Brandschutz: LW Konzept, Breitscheidstraße 131a, 70176 Stuttgart
Virtuose Kombination aus Stringenz und Abwechslung. Bild: ©krischerfotografie
Virtuose Kombination aus Stringenz und Abwechslung. Bild: ©krischerfotografie
Neubau der Folkwang Universität in Essen
2010 hatten MGF Architekten den Wettbewerb mit dem anschließenden Bieterverfahren für den Neuubau gewonnen, der im letzten Jahr fertiggestellt wurde.
Die klare Grundrissstruktur ordnet Werkstätten, Labore, Ateliers, Seminarräume und Büros an den Längsseiten, die Mittelflurzone nimmt Treppenhaus, Lichthöfe, Terrasse und kleinere Nebenräume auf, im Erdgeschoss sind die Räume untergebracht, die tiefer sein müssen. Als eine Reihe aneinander- und gegeneinander versetzter Kuben erzeugt diese einfache Struktur des Stahlskelettbaus innen wie außen eine räumliche Vielfalt, die verhindert, dass Klarheit in Rigidität umschlägt. Die aus Bändern von Glas und Metall gestaltete Fassade wird gleichfalls variiert, hier ist des die Fensterhöhe, die sich ändert.
Zwischen den Fensterbändern sind mit einem Fugenabstand von sechs Zentimeter bündig zu der äußeren Verglasungsebene Platten aus feuerverzinktem Stahl vorgehängt, die den Bezug zur Geschichte des Ortes herstellen. Durch die große Fuge ergibt sich ein belebend irritierendes Bild der leicht wirkenden Vorhangfassade und den in der Tiefe geschichteten Fensterbänder. Sichtbar sind die Schrauben, mit denen Platten auf der Unterkonstruktion befestigt sind, die Schattierungen und Oberflächenstruktur des verzinkten Stahls gibt dem Haus zudem eine Rauheit, die gut zur Umgebung passt. Dank der Präzision der Verarbeitung lässt sich die Fassade als ein Kommentar zum Ort lesen, ohne sich der Anbiederung an die ruinöse Idylle der Zeche verdächtig zu machen.
Präzision und Rauheit. Bild: ©krischerfotografie
Präzision und Rauheit. Bild: ©krischerfotografie
Fassadenansicht. Bild: ©krischerfotografie
Fassadenansicht. Bild: ©krischerfotografie
Fassadendetail. Bild: ©krischerfotografie
Fassadendetail. Bild: ©krischerfotografie
Ansicht von Osten. Bild: ©krischerfotografie
Ansicht von Osten. Bild: ©krischerfotografie
Ansicht von Osten über Eck. Bild: ©krischerfotografie
Ansicht von Osten über Eck. Bild: ©krischerfotografie
Folkwang Universität der Künste, Martin-Kremmer-Straße 21, 45327 Essen
Bauherr: Welterbe Entwicklungsgesellschaft mbH & Co. KG, Essen
Architekten: MGF Architekten GmbH, Stuttgart, Armin Günster, Jan Kliebe, Daniela Grotz, Laura Klose
BGF: 18.900 Quadratmeter
BRI: 82.800 Kubikmeter
Fachplaner
:
msp Architekten, Dortmund
LWS Ingenieurgesellschaft für Tragwerksplanung mbH, Duisburg
Rache Engineering GmbH, Aachen
BSCON Brandschutzconsult GmbH, Essen
Förder Landschaftsarchitekten, Essen
THOR Bauphysik GmbH & Co. KG, Bergisch Gladbach
Bauleitung: Freundlieb Bauunternehmung GmbH & Co. KG, Dortmund (als GU)
Bleibt bei allem Respekt vor dem Bebauungsplan eigensinnig. Bild: Brigida González
Bleibt bei allem Respekt vor dem Bebauungsplan eigensinnig. Bild: Brigida González
Wohnhaus in Waiblingen
Die Architekten entwickelten daraus ein Konzept, das räumlich, atmosphärisch und mit der äußeren Erscheinung auf diesen Rahmenbedingungen aufbaut. Anders als die benachbarte Bebauung, die gängige Wärmedämmverbundsysteme zeigt, ist dieses Haus von einer dunkelgrauen Wellblechfassade eingehüllt. Vor einem Kalksandsteinmauerwerk, Mineralwolldämmung und einer 40 Millimeter starken Luftschicht wurde die Außenhaut mit Konsolen befestigt; für die Bekleidung wurde ein gängiges Wellblech Sinusprofil mit 18/76 Millimeter einer Stärke von 0,7 Millimeter gewählt. Das Haus erhält so eine stark blockhafte Kubatur, die der dichten Bebauung eine fast hermetische Erscheinung entgegensetzt.
Das Innere ist einfach und klar strukturiert – an der Nordseite sind Treppen und Nebenräume angeordnet, die Wohnräume öffnen sich nach Süden, Westen und Osten. Im von West nach Ost durchgehenden Wohn- und Essbereich des Erdgeschosses kann ein Teil über einen Vorhang als Arbeitsbereich abgetrennt werden; das offene Treppenhaus verbindet die Wohnbereiche der Obergeschosse miteinander. Oberflächen wurden teilweise roh belassen, so dass eine einfache, aber durchaus repräsentative Atmosphäre des veredelten Rohbaus geschaffen wurde, die wiederum angemessen das an der Fassade verwendet Material aufgreift.
Ansicht Straßenseite. Bild: Brigida González
Ansicht Straßenseite. Bild: Brigida González
Vorderseite mit der Wand zur Nachbarbebauung. Bild: Brigida González
Vorderseite mit der Wand zur Nachbarbebauung. Bild: Brigida González
Küche und Wohnraum im Erdgeschoss. Bild: Brigida González
Küche und Wohnraum im Erdgeschoss. Bild: Brigida González
Im Treppenhaus. Bild: Brigida González
Im Treppenhaus. Bild: Brigida González
Ansicht von der Rückseite. Bild: Brigida González
Ansicht von der Rückseite. Bild: Brigida González
B16 - Einfamilienhaus, An den Remstal-Quellen, Waiblingen-Beinstein
Bauherr: Familie B., Stuttgart
Architektur: Birk Heilmeyer und Frenzel Architekten, Stuttgart
BGF: 150 Quadratmeter
BRI: 450 Kubikmeter
Tragwerksplanung: Bernd Raff, Stuttgart
Bauphysik: Markus Killinger, Stuttgart
Bild: Julian Andreas Schoyerer
Bild: Julian Andreas Schoyerer
Gebäude für einen Handwerkerbetrieb in Mainz
Das Gebäude besteht aus einem einen offenen Betriebshof umschließenden, winkelförmigen Bauteil, an den sich nach Süden hin das Hauptgebäude anschließt, das in den Betriebshof hineinragt und einen Teil davon überdacht. Auch der Bereich über dem Haupteingang ist so vor Sonne und Regen geschützt. Im Erdgeschoss dieses Hauptgebäudes befinden sich Lager- und Werkstattbereiche. Hinter einem kleinen Eingangsfoyer führt die einläufige Treppe über die gesamte Gebäudebreite in die Höhe bis ins dritte Obergeschoss, in dem Büros, Besprechungs- und Konferenzräume liegen. Das Fensterband macht die Büroetage nach außen sichtbar, das Haus erinnert so entfernt an eine Kommandobrücke.
Eine Dachfläche reicht von den Lagerbereichen im Erdgeschoss bis zu diesem Bürogeschoss, so dass der Baukörper von der Straße aus eine überaus dynamische Erscheinung bekommt und das Gebäudeteil, dem sich dieser Handwerkerbetrieb widmet – dem Dach –, gebührende Präsenz verleiht. In diese Dachfläche ist im dritten Obergeschoss eine Terrasse eingeschnitten, für Besucher ist so ebenso wie von außen sichtbar, dass das Dach begrünt wurde – dies auch, um den Bezug zu den Freiflächen des noch wenig bebauten Gewerbegebiets herzustellen.
Die schnittige Form wird durch die Gebäudehülle aus dunklem, anthrazitfarbenem Trapezblech betont, das, obwohl ein für den Industriebau übliches Material, dazu beiträgt, das Gebäude als Fixpunkt im Niemandsland des erst vor wenigen Jahren ausgewiesenen Industriegebiets zu verankern.
Ansicht Strapenseite. Bild: Julian Andreas Schoyerer
Ansicht Strapenseite. Bild: Julian Andreas Schoyerer
Ansicht Straßenseite. Bild: Julian Andreas Schoyerer
Ansicht Straßenseite. Bild: Julian Andreas Schoyerer
Blick auf den Einschitt, hinter dem das Sitzungszimmer liegt. Bild: Julian Andreas Schoyerer
Blick auf den Einschitt, hinter dem das Sitzungszimmer liegt. Bild: Julian Andreas Schoyerer
Besprechungsraum mit Blick in die Landschaft. Bild: Julian Andreas Schoyerer
Besprechungsraum mit Blick in die Landschaft. Bild: Julian Andreas Schoyerer
Ansicht von der Rückseite. Bild: Julian Andreas Schoyerer
Ansicht von der Rückseite. Bild: Julian Andreas Schoyerer
Neubau Büro- und Lagergebäude, Athener Allee, Mainz-Hechtsheim
Bauherr: Dachland GmbH, Mainz
Architektur: Schoyerer Architekten_Syra, Mainz
BGF: 2600 Quadratmeter
BRI: 12.000 Kubikmeter
Generalunternehmer: Brömer & Sohn aus Wiesbaden