Die Wertschätzung eines Fahrzeugs zeigt sich, wie so oft, im öffentlichen Raum. Symbol der Verkehrswende? (Bild: Ursula Baus)
Die Wertschätzung eines Fahrzeugs zeigt sich, wie so oft, im öffentlichen Raum. Symbol der Verkehrswende? (Bild: Ursula Baus)
Die Wertschätzung eines Fahrzeugs zeigt sich, wie so oft, im öffentlichen Raum. Symbol der Verkehrswende? (Bild: Ursula Baus)
»À bicyclette« – es war eine Liebeserklärung, die Yves Montand 1968 vielleicht eher dem Fahrrad als der Chanson-Heldin Paulette präsentierte. Wenn dem Fahrrad als Vorgänger des Autos heute Aufmerksamkeit geschenkt wird, dann in großem Zusammenhang. Es symbolisiert nicht nur, aber vor allem die urbane Verkehrswende. Eine aktuelle Ausstellung zeigt das Fahrrad als Kult- und Designobjekt, das dem Auto den Rang abzulaufen scheint.
Drais oder Benz?
Der verantwortliche Kurator Josef Strasser hat mit seiner über weite Strecken chronologische Auswahl der Objekte eine stringente Aufklärungsarbeit geleistet indem er die Aspekte Konstruktion, Nutzung und Gestaltung immer gleichrangig im Auge behält. Zum Laufrad, Hochrad, Niederrad, Faltrad, Alltagsrad und Sportrad werden Erfinder, Designer und Hersteller benannt. Im hervorragend aufgemachten Katalog gibt es dazu wertvolle Anmerkungen und Aufnahmen der jeweils wichtigen technischen Details. Dabei wird die gesamte Materialpalette von Holz, Eisen, Stahl, Aluminium, Magnesium, Titan, Kunststoff und Karbon abgebildet. Der Trend zu immer leichteren Bauarten ist unübersehbar. Faltfunktion und Elektrobetrieb fordern das Design besonders heraus. Der Rahmen aus durchsichtigem recyceltem Polykarbonat in 3D-Drucktechnik erstellt fordert vor allem althergebrachte Sehgewohnheiten heraus.
Die Verankerung des Fahrrads im öffentlichen Bewusstsein wird immer wieder bekräftigt:
„Bei keiner anderen Erfindung ist das Nützliche mit dem Angenehmen so innig verbunden, wie beim Fahrrad.“ (Adam Opel)
„Wenn du niedergeschlagen bist, wenn dir die Tage immer dunkler vorkommen, wenn dir die Arbeit nur noch monoton erscheint, wenn es dir fast sinnlos erscheint, überhaupt noch zu hoffen, dann setz dich einfach aufs Fahrrad, um die Straße herunterzujagen, ohne Gedanken an irgendetwas außer deinem wilden Ritt.“ (Arthur Conan Doyle)
„Die Lebensqualität steigt, wo die Beine etwas mehr und die Ellenbogen etwas weniger gebraucht werden.“ (Erhard Eppler)