KZ Mauthausen, „Todesstiege“, um 1942. Sie verband den Steinbruch „Wiener Graben“ mit dem KZ. Mehr als die Hälfte der insgesamt 200.000 im KZ Mauthausen Gefangenen erlebte die Befreiung im Mai 1945 nicht. (Bild: U.S. Holocaust Memorial Museum, Fotoarchiv, Nr. 15622, Courtesy Archiv der KZ-Gedenkstätte Mauthausen)
KZ Mauthausen, „Todesstiege“, um 1942. Sie verband den Steinbruch „Wiener Graben“ mit dem KZ. Mehr als die Hälfte der insgesamt 200.000 im KZ Mauthausen Gefangenen erlebte die Befreiung im Mai 1945 nicht. (Bild: U.S. Holocaust Memorial Museum, Fotoarchiv, Nr. 15622, Courtesy Archiv der KZ-Gedenkstätte Mauthausen)
Tatsächlich hinterlässt die Berliner Ausstellung einen zwiespältigen Eindruck. Sehr gut ist es, dass das Thema des Bauens im Nationalsozialismus überhaupt einmal wieder umfassend aufgegriffen wird. Sehr gut auch, dass dabei mit einem Geländemodell des KZ-Flossenbürg die Vernichtung durch Arbeit inhaltlich wie räumlich ins Zentrum gestellt wird und damit der Zusammenhang von Zwangsarbeit und Architektur im „Dritten Reich“. Sinnvoll sind zudem die internationalen Querverweise zur baulichen Entwicklung etwa in der stalinistischen Sowjetunion und dem faschistischen Italien, den USA und Großbritannien.
Blick in die Ausstellung, Abschnitt "Lager als Herrschaftsinstrument und Lebenswelt" (Bild: Jürgen Tietz)
Blick in die Ausstellung, Abschnitt "Lager als Herrschaftsinstrument und Lebenswelt" (Bild: Jürgen Tietz)
Ausstellungsdidaktik
Blick in die Ausstellung, nationalsozialistischer Alltag (Bild: Jürgen Tietz)
Blick in die Ausstellung, nationalsozialistischer Alltag (Bild: Jürgen Tietz)
Blick in die Ausstellung, Abschnitt Raumplanung im besetzten östlichen Europa (Bild: Jürgen Tietz)
Blick in die Ausstellung, Abschnitt Raumplanung im besetzten östlichen Europa (Bild: Jürgen Tietz)
Katalog zur Ausstellung im Münchner Stadtmuseum, 1993
Katalog zur Ausstellung im Münchner Stadtmuseum, 1993
Forschungsgeschichten
Wenige Jahre vor der Münchner Ausstellung hatte Werner Durth (der nun als Berater in der Historikerkommission mitwirkte) mit seinem Buch über „Deutsche Architekten. Biographische Verflechtungen 1900–1970“ ebenfalls Grundlagenarbeit geleistet und die Legende von der „Stunde Null“ 1945 als solche entlarvt,6 ehe er sich anschließend vertiefend mit den Wiederaufbauplanungen in den deutschen Städten und ihren Wurzeln im „Dritten Reich“ befasste.7 Wolfgang Schäche (ebenfalls Mitglied der Kommission) hatte mit Hans Joachim Reichhardt 1984 den Weg „Von Berlin nach Germania“ über die Zerstörungen der „Reichshauptstadt“ durch Albert Speers Neugestaltungsplanungen skizziert und 1991 mit seinem wichtigen Buch „Architektur und Städtebau in Berlin zwischen 1933 und 1945 – Planen und Bauen unter der Ägide der Stadtverwaltung“ ein weiteres Grundlagenwerk geschaffen.8
Hirschbachtal, Modell der Tribüne für das „Deutsche Stadion“ in Nürnberg im Maßstab 1:1, 1938/39. Um die Sichtverhältnisse und architektonische Wirkung des „Deutschen Stadions“ zu überprüfen, wurde an einem Hang im Hirschbachtal bei Hirschbach-Oberklausen ein Holzmodell der Zuschauerränge im Maßstab 1:1 errichtet. (Credit: Privatsammlung)
Hirschbachtal, Modell der Tribüne für das „Deutsche Stadion“ in Nürnberg im Maßstab 1:1, 1938/39. Um die Sichtverhältnisse und architektonische Wirkung des „Deutschen Stadions“ zu überprüfen, wurde an einem Hang im Hirschbachtal bei Hirschbach-Oberklausen ein Holzmodell der Zuschauerränge im Maßstab 1:1 errichtet. (Credit: Privatsammlung)
Das ist es mir wert
- 1https://www.bmwsb.bund.de/Webs/BMWSB/DE/historikerkommission/historikerkommission-node.html
- 2https://www.hirmerverlag.de/de/titel-87-2/planen_und_bauen_im_nationalsozialismus-2425/
- 3https://www.adk.de/de/projekte/2023/macht_raum_gewalt/katalog.htm
- 4https://www.adk.de/de/projekte/2023/macht_raum_gewalt/katalog.htm
- 5Winfried Nerdinger: Bauen im Nationalsozialismus. Bayern 1933-1945. München1993
- 6Werner Durth: Biographische Verflechtungen 1900-1970. Braunschweig 1986
- 7Werner Durth, Niels Gutschow: Träume in Trümmern. Planungen zum Wiederaufbau zerstörter Städte im Westen Deutschlands 1940-1950. (Band I: Konzepte, Band II: Städte) (= Schriften des Deutschen Architekturmuseums zur Architekturgeschichte und Architekturtheorie.) Braunschweig / Wiesbaden 1988.
- 8Hans J. Reichardt, Wolfgang Schäche: Von Berlin nach Germania: Über die Zerstörungen der "Reichshauptstadt" durch Albert Speers Neugestaltungsplanungen. Berlin 1985; Wolfgang Schäche: Architektur und Städtebau in Berlin zwischen 1933 und 1945: Planen und Bauen unter der Ägide der Stadtverwaltung. Berlin 1991