Otto Wagner, Wettbewerbsprojekt für das Reichstagsgebäude in Berlin, Hauptfassade, 1882. Aus: Auswahl aus den Entwürfen zum deutschen Reichstagsgebäude 1882 (mit den zehn angekauften Projecten), Berlin: Wasmuth 1883 (Wien Museum, Inv.-Nr. 317.778)
Otto Wagner, Wettbewerbsprojekt für das Reichstagsgebäude in Berlin, Hauptfassade, 1882. Aus: Auswahl aus den Entwürfen zum deutschen Reichstagsgebäude 1882 (mit den zehn angekauften Projecten), Berlin: Wasmuth 1883 (Wien Museum, Inv.-Nr. 317.778)
Otto Wagner, Wettbewerbsprojekt für die Kirche St. Leopold am Steinhof, 1902/03 Bleistift, Aquarell, Spritztechnik, Deckfarben, 55,8 × 47 cm (Wien Museum, Inv.-Nr. 96.011/2)
Otto Wagner, Wettbewerbsprojekt für die Kirche St. Leopold am Steinhof, 1902/03 Bleistift, Aquarell, Spritztechnik, Deckfarben, 55,8 × 47 cm (Wien Museum, Inv.-Nr. 96.011/2)
Eleganter Strich
Otto Wagner, Idealentwurf des 22. Wiener Gemeindebezirks, 1911. Bleistift, Feder laviert, 60,5 × 81,7 cm (Wien Museum, Inv.-Nr. 96.022)
Otto Wagner, Idealentwurf des 22. Wiener Gemeindebezirks, 1911. Bleistift, Feder laviert, 60,5 × 81,7 cm (Wien Museum, Inv.-Nr. 96.022)
Zurück zu Wagner und seiner „Dekoration des Augenblicks“, die sich in der Skizze für eine Festdekoration zum Einzug der belgischen Prinzessin Stephanie in Wien 1881 ausdrückte. In das zarte Bleistiftraster auf dem Blatt huschte Wagner mit leichtem Strich Säulen, Obelisken und eine Bekrönung. Die delikate Skizze bildete den Auftakt des Entwurfsprozesses und lässt in ihrer luftigen Heiterkeit das Drama um den Selbstmord des Kronprinzen Rudolf wenige Jahre später vergessen.
Otto Wagner, Projekt für das Stadtmuseum am Karlsplatz, 1903. Bleistift, Sepia, Weißhöhungen, Goldfarbe, 67,5 × 59,7 cm / Ausschnitt (Wien Museum, Inv.-Nr. 96.006/28)
Otto Wagner, Projekt für das Stadtmuseum am Karlsplatz, 1903. Bleistift, Sepia, Weißhöhungen, Goldfarbe, 67,5 × 59,7 cm / Ausschnitt (Wien Museum, Inv.-Nr. 96.006/28)
Öffentlichkeit als Aufgabe
Zu jenen Zeichnern, die entscheidenden Anteil an der Entwicklung von Wagners Werk hatten, gehörte ab 1893 Joseph Maria Olbrich. Daher lohnt sich ein imaginärer Spaziergang über den Karlsplatz und seine nähere Umgebung. Er führt vom Wien Museum vorbei an der Stadtbahnstation Karlsplatz, die pars pro toto für Wagners Wiener Bahnarchitektur unter Mitwirkung Olbrichs stehen kann, bis hin zu Olbrichs Secessionsgebäude. Als abschließender Kontrapunkt böte sich ein kurzer Abstecher in das von Adolf Loos entworfene Café Museum um die Ecke an. Loos wandte sich 1909 „vehement gegen eine von der Zeichnung ausgehende Architektur: ‘Denn das zeichen des echt empfundenen bauwerkes ist: daß es wirkungslos in der fläche bleibt. Könnte ich das stärkste architektonische ereignis, den palazzo Pitti, aus dem gedächtnis der zeitgenossen verlöschen und vom besten zeichner gezeichnet als konkurrenzprojekt einreichen lassen: das preisgericht würde mich ins irrenhaus sperren.‘“ wird er von Nierhaus zitiert.
In der Ausstellung ist u.a. das Präsentationsblatt für die Stadtbahn Stationen Akademiestraße-Technik und Gumpendorfer Straße zu sehen (Zeichner Hubert Gessner/Otto Schönthal). Wie hier die Architekturzeichnung mit den Staffagefiguren verschmilzt und sich der dunkle Rauch aus einer Schale in schönsten Jugendstilschwaden zu einer Gruppe von kleinen Vögeln hinüberschwingt, die als Notation auf den Drähten eines Telegraphenmastes platziert sind, das lässt das Herz höherschlagen!
Otto Wagner, Präsentationsblatt zur Wiener Stadtbahn mit den Stationen Akademiestraße-Technik und Gumpendorfer Straße, 1898. Bleistift, Feder, Aquarell, Spritztechnik, Weißhöhungen, Goldfarbe, 64,8 × 46,2 cm (Wien Museum, Inv.-Nr. 77.262)
Otto Wagner, Präsentationsblatt zur Wiener Stadtbahn mit den Stationen Akademiestraße-Technik und Gumpendorfer Straße, 1898. Bleistift, Feder, Aquarell, Spritztechnik, Weißhöhungen, Goldfarbe, 64,8 × 46,2 cm (Wien Museum, Inv.-Nr. 77.262)
Absolut modern
Ausstellung bis zum 17. Mai 2026 im Museum für Architekturzeichnung (Tchoban Foundation), Berlin
Katalog: Otto Wagner.
Architekt des modernen Lebens.
Architect of modern life.
29 Euro