Alle reden vom (teuren) Wohnen, während die Möbelindustrie Wohn- und Kochlandschaften in jährlich neuen Serien produziert, die auf weniger als jeweils 100 Quadratmeter kaum unterzubringen sind.
»Gute Architektur ist dauerhaft und schön. Die inzwischen unzähligen Vorgaben und Normen lassen heute aber oft wenig Raum für gestalterisches Profil. Bauen nach Vorschrift wäre sicherlich der Weg des geringsten Widerstandes; für kreative Ideen muss man als Architekt kämpfen. Die kritische Auseinandersetzung zu Fragen des Planens und Bauens ist wichtig, um Fantasielosigkeit und Einheitsarchitektur aufzudecken – und um zu zeigen, dass es sich lohnt für Entwürfe einzustehen, die neue Wege gehen und Maßstäbe setzen.«Till Schneider und Michael Schumacher
Vor wenigen Wochen zogen 200 Schafe durch Berlin, vom Haus der Kulturen der Welt über die Straße des 17. Juni ins Hansa-Viertel. Die Aktion sollte auf die prekäre Lage von Schäfern hinweisen. Doch die künstlerische Intervention leistet mehr: sie trifft tief ins Mark des routinierten und selbstgefälligen Stadtdiskures.
Sie gehört in fast jedem Architekturbüro zur Grundausstattung und leistet Studierenden gute Dienste: Die Bauentwurfslehre von Ernst Neufert. Sie steht in engem Bezug zur Bauhausgeschichte – und findet dennoch auch im großen Jubeljahr kaum Erwähnung. Das ist kein Zufall. Denn sie rüttelt am sorgfältig gepflegten Bauhaus-Image ebenso wie am Selbstbild von Architektinnen und Architekten.
Wenn das Extreme Normalität wird, Systeme sich selbst reproduzieren und der Blick in die Vergangenheit wirkt wie einer auf das, was gewesen sein wird. Eine Ausstellungs-Tour in Frankfurt.
Das Klagen über die Normen- und Vorschriftenflut ist nicht unbegründet: Das Bauen wird in den letzten Jahren von stetig steigenden Anforderungen in allen Bereichen des Bauwesens geprägt. Ob Städtebau oder Architektur, die Anforderungen an Nachweise und die Komplexität im Entwurfs- und Planungsprozess haben sich enorm erhöht. Energieeffizienz und Nachhaltigkeit sind in dieser Diskussion neben dem Brandschutz entscheidende Protagonisten. Heiligt der Zweck die Mittel? Zweifel sind angebracht.
Leopold Wiel ist über 100 Jahre alt, Bruno Flierl wurde gerade 90. Zwei neue Bücher würdigen die Autoren von Klassikern der Baukonstruktion und der Architekturtheorie beziehungsweise -kritik im Kontext (ost-)deutscher Architekturgeschichte.
Bundesministerin Hendricks kündigte an, dass in urbanen Quartieren der Lärmschutz gelockert und dichteres Bauen erlaubt werden solle. Das Problem, dass sich in vielen Städten Wohnungen kaum finden und wenn, dann kaum bezahlen lassen, muss allerdings gründlicher angegangen werden. Denn es …