Ingenieurbaupreise gibt es nicht wie Sand am Meer – während Architekten schon den Überblick über mögliche Preise verloren haben. Neben dem Deutschen Ingenieurbaupreis und dem Deutschen Brückenbaupreis gilt der Ulrich Finsterwalder Ingenieurbaupreis als besondere Auszeichnung für Ingenieurbauleistungen – just wurde er vergeben.
Beteiligt euch!
Cengiz Dicleli sprach über den Architekten Gerd Lohmer. (Bild: Achim Mundt, www.mundtunger.de
Cengiz Dicleli sprach über den Architekten Gerd Lohmer. (Bild: Achim Mundt, www.mundtunger.de
Und noch etwas ist mir bei der Preisverleihung ausgesprochen angenehm aufgefallen: Der Verlag Ernst und Sohn, Auslober des Preises, hielt sich mit Eigenwerbung souverän zurück. Und noch angenehmer: Verbands- und Kammertöne gab’s zum Glück nur in homöopathischer Dosis.
EiSat Ingenieure, Berlin, mit kleyer.koblitz.letzel.freivogel Architekten, Berlin, wurden mit dem Preis ausgezeichnet – für die Überdachung einer Ausgrabungsstätte im türkischen Göbekli Tepe (Bild: © Doğuş Group)
EiSat Ingenieure, Berlin, mit kleyer.koblitz.letzel.freivogel Architekten, Berlin, wurden mit dem Preis ausgezeichnet – für die Überdachung einer Ausgrabungsstätte im türkischen Göbekli Tepe (Bild: © Doğuş Group)
Allerdings hat die Überdachung der Ausgrabungsstätten in Göbekli Tepe (Türkei) – ein sensibel in die karge, anatolische Landschaft komponiertes Dach – sehr wohl den Preis verdient. Auch wenn ein derartiges, vorgespanntes Seilnetz mit PTFE Membran nicht grundsätzlich neu ist – schon allein die sorgfältige, wohldurchdachte Ableitung der Kräfte im »Minenfeld« des geschichtsträchtigen Bodens ist der Rede wert.
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Ulm: Brücke für Straßenbahnen, Fußgänger, Radfahrer und Busersatzverkehr von Krebs+Kiefer Ingenieuren, Karlsruhe, Klähne Ingenieure, Berlin und Knight Architects mit Bartlomiej Halaczek, High Wycombe (GB) (Bild: P. Blaha)
Ulm: Brücke für Straßenbahnen, Fußgänger, Radfahrer und Busersatzverkehr von Krebs+Kiefer Ingenieuren, Karlsruhe, Klähne Ingenieure, Berlin und Knight Architects mit Bartlomiej Halaczek, High Wycombe (GB) (Bild: P. Blaha)
In Ulm bot die stadträumliche Umgebung am Bahnhof – ein Schlachtfeld der Verkehrsplaner – einen tatsächlich sehr schwierigen, sehr heterogenen Hintergrund. Zudem steht in direkter Nachbarschaft die denkmalgeschützte Neutorbrücke. Die neue Kienlesbrücke duckt sich nicht weg, sondern fügt sich mit eigenständigem Erscheinungsbild und sinnfälliger Konstruktion bestens ein.
Die Ulmer Kienlesbrücke bei der Einweihung (Bild: Wilfried Dechau)
Die Ulmer Kienlesbrücke bei der Einweihung (Bild: Wilfried Dechau)
So schließe ich mich gern der Einschätzung des Juryvorsitzenden an, der die Preisverleihung moderiert hat: Alle Bauten der Shortlist hätten es verdient, den Preis zu bekommen.
Trumpf Steg in Ditzingen von schlaich bergermann partner, Stuttgart/ Berlin, und den Architekten Barkow Leibinger, Berlin (Bild: Wilfried Dechau)
Trumpf Steg in Ditzingen von schlaich bergermann partner, Stuttgart/ Berlin, und den Architekten Barkow Leibinger, Berlin (Bild: Wilfried Dechau)