Der aus Aberdeen stammende Künstler Colin Ardley hat sein Atelier seit 1992 in Hellerau. Nach der ersten Einzelausstellung 2004 folgt nun in der Werkstättengalerie der Deutschen Werkstätten eine zweite große Präsentation seiner abstrakten Kunst, die Räume anders erschließt als üblich. Zu sehen ist die Ausstellung bis 11. April 2025.
Experimentelle Raumerkundungen – Colin Ardley stellt im eigenen Atelier aus. (Bild: Jürgen Tietz)
Experimentelle Raumerkundungen – Colin Ardley stellt im eigenen Atelier aus. (Bild: Jürgen Tietz)
Ardley, der Malerei in Aberdeen und Manchester studiert hat, arbeitet an der Schnittstelle von Architektur, Skulptur und Malerei. Er schafft komplexe, dreidimensionale Raumgebilde, Archiskulpturen, die er zumeist aus Holz und Papier anfertigt und die wie vielschichtige Collagen aufgebaut sind. Dabei fügt Ardley unterschiedliche Flächen additiv an- und aufeinander, verschachtelt und versetzt sie, so dass ein ebenso fragil wie filigran anmutendes Gleichgewicht entsteht. Die meisten Arbeiten Ardleys sind an wenigen Punkten an der Wand befestigt, manche stehen auf Sockeln, nur wenige sind für eine Aufstellung auf dem Boden konzipiert. Allen gemein ist ihr organischer – freilich nicht amorpher – Charakter. Ihn gilt es in der Bewegung zu erkunden: In dem man sich Stück für Stück an den Arbeiten vorbei bewegt, verändert sich ihr Charakter, eröffnen sich neue Perspektiven. Die gegen- und miteinander gesetzten Flächen erzeugen komponierte Räume, die scheinbar die Geometrie des Euklid überwinden.
Installation von Colin Ardley (Foto: Atelier Ardley, Lothar Sprenger)
Installation von Colin Ardley (Foto: Atelier Ardley, Lothar Sprenger)
Deutliche Unterschiede kennzeichnen die Abmessungen seiner Werke. Während sich einige Arbeiten wie dreidimensionale Malereien über eine ganze Wand entwickeln, sind andere Arbeiten kompakt. Doch bei eingehender Betrachtung überraschen sie durch ihre innere Monumentalität, die ganz unabhängig von ihrer absoluten Größe (oder Kleinheit) ist.
Ardley versteht sich selbst als Konstruktivist. Seine Arbeit verortet er dichter an der Malerei als an der Skulptur. Manche seiner Archiskulpturen würde man sich als großformatige begehbare Architekturen wünschen. Doch das scheitert an den (statischen) Grenzen, die durch sein bevorzugtes Material Holz gesetzt werden. Gleichwohl hat Ardley in Zusammenarbeit mit dem Berliner Architekten Hermann Scheidt auch großformatige Arbeiten für den öffentlichen Raum gestaltet.
Das Atelier von Colin Ardley. (Bild: Atelier Ardley, Lothar Sprenger)
Das Atelier von Colin Ardley. (Bild: Atelier Ardley, Lothar Sprenger)
https://www.dwh.de/veranstaltungen/ausstellung-colin-ardley-transition-ii