Schaulager auf dem Vitra-Campus in Weil am Rhein
Architekten: Herzog & de Meuron
Mit dem neuen Schaudepot öffnet Vitra seinen Campus Richtung Innenstadt und bietet Einblicke in einer einzigartigen (Möbel-)Sammlung.
Die homogene Ziegelfassadenfläche erhält ihre Struktur dadurch, dass die Ziegel gespalten und mit der Bruchseite nach außen vermauert wurden. Das war bereits ein Gestaltungsmerkmal beim kürzlich eröffneten Musée d‘Unterlinden in Colmar, siehe > hier (Bilder: Ursula Baus)
Die homogene Ziegelfassadenfläche erhält ihre Struktur dadurch, dass die Ziegel gespalten und mit der Bruchseite nach außen vermauert wurden. Das war bereits ein Gestaltungsmerkmal beim kürzlich eröffneten Musée d‘Unterlinden in Colmar, siehe > hier (Bilder: Ursula Baus)
Nein, sie seien ja keine „Stararchitekten“, meinte Jacques Herzog allen ernstes in der Pressekonferenz zur Eröffnung des Schaudepots von Vitra in Weil am Rhein. 2010 hatten Herzog & de Meuron – die Bürogründer sind mit dem einstigen Vitra-Chef Jörg Fehlbaum seit Jugendtagen befreundet – gegenüber Frank O. Gehrys Designmuseum ein paar schwarze, lange Giebelhauskörper zu einem Showroom übereinandergestapelt. Das Gebäude war so zeichenhaft entworfen wie ihr Bird‘s-Nest-Stadion in Peking worden, aber andererseits stimmt es: Während Bauten von Gehry oder Hadid immer nach Gehry oder Hadid aussehen, entstehen im Büro Herzog & de Meuron oft Häuser, deren Urheber nicht auf Anhieb zu erkennen sind. Das gilt nun auch für das neue „Schaudepot“, in dem Einblicke in die reichhaltige Sammlung gewährt werden, die Rolf Fehlba um und seine Kuratoren im Laufe der Jahrzehnte aufgebaut haben. Am anderen Campus-Rand an der Müllheimer Straße gelegen, bildet auch dieses Haus das Gegenüber einer typischen Star-Architektur: des Feuerwehrhäuschens, das Zaha Hadid 1993 als Erstlingswerk gebaut hatte. Dass jetzt von dieser Seite aus Zugang zum Vitra-Gelände geschaffen worden ist, muss man als Segen für die Stadt begreifen, weil sich hier endlich eine Vernetzung des bislang isolierten Areals zu Weil am Rhein anbahnt.
Der archaische Purismus, der mit dem Schaudepot baukörperlich, im Material und in der Vorplatzgestaltung aufscheint, …
Die Sammlung umfasst inzwischen etwa zwanzigtausend Objekte, davon siebentausend Möbel und tausend Leuchten.
Der Rehberger-Weg mit 24 Stops
Der Beitrag wurde zuerst bei frei04 publizistik veröffentlicht >>>