Premiere in London 2016: Der Pavillon entstand im Hof des Victoria & Albert Museums in London und ist jetzt bei Vitra in Weil am Rhein zu sehen. (Bild links: Roland Halbe)
Premiere in London 2016: Der Pavillon entstand im Hof des Victoria & Albert Museums in London und ist jetzt bei Vitra in Weil am Rhein zu sehen. (Bild links: Roland Halbe)
Untersicht der Faserkonstruktion im Hof des V & A-Museums (Bild: Roland Halbe)
Untersicht der Faserkonstruktion im Hof des V & A-Museums (Bild: Roland Halbe)
Das rund 200 Quadratmeter große Pavilion-Dach entstand als Faserverbundstruktur, wie sie in den "Elytren" – so nennt man die Vorflügelschalen von flugfähigen Käfern – zu analysieren sind. Der Schwarze Schneckenjäger ist beispielsweise solch ein Käfer. Die beiden Basiszellentypen der Pavilionkonstruktion – Dach- und Säulenzellen – bestehen nun aus transparenten Glasfasern und schwarzen Kohlenstofffasern. Die harzgesättigten Fasern wickelt ein Roboter auf ein hexagonales, wiederverwendbares Wickelwerkzeug. Die Glasfasern tragen, die aushärtenden Kohlestofffasern steifen aus und festigen. Praktisch ist, dass die nur 9 Kilogramm schweren Einheiten vor Ort produziert und örtlichen Gegebenheiten jederzeit angepasst werden können. Was im Ergebnis plausibel und deswegen vergleichsweise selbstverständlich aussieht, ist vier Jahre lang von Experten diverser Disziplinen (Bauingenieure, Biologen, Programmierer, Maschinenbauer und viele Helfer) konzipiert, entworfen und bis zur Realisierung begleitet worden. Wetterschutz, Schattenspender – es gibt allerlei Fälle, in denen solche Konstruktionen vor allem in örtlich komplizierten Fällen beste Dienste leisten könnten.
Der Roboter wickelt die Fasern im Affenzahn um die Wickelschablone – das einzelne Dachelement ist leicht zu transportieren. (Bilder: ICD Stuttgart)
Der Roboter wickelt die Fasern im Affenzahn um die Wickelschablone – das einzelne Dachelement ist leicht zu transportieren. (Bilder: ICD Stuttgart)
Das translozierte Dach auf dem Vitra-Gelände in Weil am Rhein (Bild: Vitra, Julien Lanoo)
Das translozierte Dach auf dem Vitra-Gelände in Weil am Rhein (Bild: Vitra, Julien Lanoo)
Achim Menges mit Moritz Dörstelmann, ICD – Institut für Computerbasiertes Entwerfen, Universität Stuttgart
Team: Marshall Prado (Fertigungsentwicklung), Aikaterini Papadimitriou, Niccolo Dambrosio, Roberto Naboni, with Unterstützung von Dylan Wood, Daniel Reist
Jan Knippers, ITKE – Institut für Tragkonstruktionen und Konstruktives Entwerfen, Universität Stuttgart
Knippers Helbig Advanced Engineering, Stuttgart, New York
Team: Valentin Koslowski & James Solly (Tragwerksentwicklung), Thiemo Fildhuth (Struktursensorik)
Thomas Auer
Transsolar Climate Engineering, Stuttgart, Building Technology and Climate Responsive Design, TU München
Team: Elmira Reisi, Boris Plotnikov
Mit Unterstützung von Michael Preisack, Christian Arias, Pedro Giachini, Andre Kauffman, Thu Nguyen, Nikolaos Xenos, Giulio Brugnaro, Alberto Lago, Yuliya Baranovskaya, Belen Torres, IFB Universität Stuttgart (Prof. P. Middendorf)