Nous accusons ...
Geldsegen für die Dividendenempfänger der Autokonzerne. Heinrich Vogelers Illustration zu "Die Sterntaler" von 1907 (Bild: Wiki gemeinfrei)
Geldsegen für die Dividendenempfänger der Autokonzerne. Heinrich Vogelers Illustration zu "Die Sterntaler" von 1907 (Bild: Wiki gemeinfrei)
13 Milliarden Dividenden
Die Kürzung der genannten und anderer Subventionen beliefe sich auf mindestens 17 Mrd. Euro – kostenfreier ÖPNV für alle im Land würde den Staat 12 bis 15 Mrd. pro Jahr kosten. So hat es das Magazin Focus zusammengestellt, das jeglicher Grünen-Freundlichkeit völlig unverdächtig ist.3 Worauf warten Sie, Herr Minister? Leihen Sie lieber denen ihr Ohr, die von einer Verlängerung der Verbrenner-Motoren raunen? Und schaffen es nicht einmal mehr, ein 49-Euro weiterzuführen?
Samstag, morgens auf dem Tisch: Titelseiten der FAS und der SZ Ende März 2024. Solche Autos passen nicht in die gewachsenen Strukturen unserer Städte, sie verschandeln den öffentlichen Raum. Im Verkehrsbereich wird allen Beteiligten im Verteilungskampf – Fußgängern, Fahrradfahrerinnen, vor allem aber Autofahrern – weniger Platz zugemessen werden müssen. Karl J. Habermann machte uns am 8.5. auf folgende Ergänzung aufmerksam: https://www.republic.de/newsroom/starker-cover-wrap.
Samstag, morgens auf dem Tisch: Titelseiten der FAS und der SZ Ende März 2024. Solche Autos passen nicht in die gewachsenen Strukturen unserer Städte, sie verschandeln den öffentlichen Raum. Im Verkehrsbereich wird allen Beteiligten im Verteilungskampf – Fußgängern, Fahrradfahrerinnen, vor allem aber Autofahrern – weniger Platz zugemessen werden müssen. Karl J. Habermann machte uns am 8.5. auf folgende Ergänzung aufmerksam: https://www.republic.de/newsroom/starker-cover-wrap.
Die Macht der Autokonzerne
Die Straße von den Stärksten her gedacht: Fußgänger haben hier nichts zu melden. (Bild: Ursula Baus)
Die Straße von den Stärksten her gedacht: Fußgänger haben hier nichts zu melden. (Bild: Ursula Baus)
Schwächlinge und Donnerboys
Grafik aus der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 2024
Grafik aus der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 2024
Schreckgespenster und Opfer
Hedwig Richter und Bernd Ulrich haben in ihrem neuen Buch Demokratie und Revolution – Wege aus der selbstverschuldeten ökologischen Unmündigkeit unmissverständlich die ökologische Selbstzerstörung der Demokratie als Tatsache angesprochen und die Verantwortung der Politik dafür analysiert.11 Dass Extremisten und Populisten ihren Anteil an der Misere haben, ist das Eine. In einer Rezension wird zudem zusammengefasst: "Gravierender noch wirkt sich aus, wenn auch innerhalb des demokratischen Spektrums entschiedene Politik für die Klimaziele als eine Art Menschenrechtsverletzung dargestellt wird, aus taktischen Motiven der Parteipolitik".12 Womit wir wieder bei der FDP wären. Die Autorin Hedwig Richter – Professorin für Geschichte an der Bundeswehruniversität München – hat in der FAZ am 18.4.2024 nachgelegt: "Die FDP steht für so viel mehr als für ihre drei bis vier Prozent Wähler. Sie ist das hässliche Unterbewusstsein der Deutschen, das permanent das vernünftige Über-Ich torpediert."
Ist es der Irrsinn der Verzweiflung, mit derzeitiger Wählerzustimmung nicht mehr in den Bundestag zu kommen, der den Minister treibt? Der ihn Schreckgespenster wie ein "Fahrverbot" in die Öffentlichkeit jagen lässt?
Weil die Milliarden an Autodividenden und Subventionen perdu sind, fehlt das Geld unter anderem für die Infrastruktur, die für eine Verkehrswende und ohnehin gebraucht wird. Da ist nun von einem "Infrastrukturfonds" die Rede, mit dem private Gelder eingesammelt werden sollen. Private Investoren fordern: Rendite. Zudem steht in Wissings Modell nicht fest, welche Verkehrsträger etwas aus dem Fonds bekommen. Es wird zu recht befürchtet, dass die Autokonzerne als erstes auf der Matte stehen – besser wäre ein Fonds explizit für die Bahn und den ÖPV – was Wissing erklärtermaßen nicht will. Haushaltspolitiker monieren obendrein, dass mit einem solchen Fonds die parlamentarische Mitbestimmung unterwandert werde.
Menschen, nichts als Vier- und Zweibeiner am Seine-Ufer, wo einstmals die Stadtautobahn war. (Bild: Ursula Baus)
Menschen, nichts als Vier- und Zweibeiner am Seine-Ufer, wo einstmals die Stadtautobahn war. (Bild: Ursula Baus)
Paris und andernorts: Das Auto kommt zuletzt
Das ist es mir wert
- 1https://www.klimaseniorinnen.ch/
- 2https://www.bcw-gruppe.de/fileadmin/fom/forschung/isf/FOM-Forschung-isf-Dividendenstudie-Deutschland-2024.pdf. ) Die 2022 beschlossene, 2023 gezahlte Volkswagen-Sonderdividende aus dem Porsche-Börsengang (9,5 Mrd. Euro) ist in diesen Zahlen nicht enthalten. Quelle: DividendenAdel mit Bloomberg und Unternehmensangaben
- 3https://focus-mobility.de/magazin/17-milliarden-euro-subventionen-fuers-auto
- 4https://www.carwow.de/audi/auto-news/3321/audi-q6-e-tron-premiere#gref
- 5http://www.frei04-publizistik.de/data/webserver/download/1443_DASL_Stadt_Auto_2.pdf
- 6Andreas Frey: Eine Straße für alle. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 14. April 2024
- 7https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Automobil_und_Architektur._Ein_kreativer_Konflikt_8453847.html https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Die_Strasse_als_Element_des_Staedtebaus._Ansichtspostkarten_in_der_DDR_und_Bundesrepublik_1949_bis_1989_8463842.html
- 8https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Automobil_und_Architektur._Ein_kreativer_Konflikt_8453847.html https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Die_Strasse_als_Element_des_Staedtebaus._Ansichtspostkarten_in_der_DDR_und_Bundesrepublik_1949_bis_1989_8463842.html
- 9Streiflicht. In: Süddeutsche Zeitung, 12. März 2022
- 10https://jovis.de/de/book/9783986120528
- 11Hedwig Richter, Bernd Ulrich: Demokratie und Revolution. Wege aus der selbstverschuldeten ökologischen Unmündigkeit. Köln 2024
- 12Joachim Käppner: Rezension Richter/ Ulrich. In: Süddeutsche Zeitung, 17. April 2024