Zwischen Hochhäusern verzwergt: Die wiederaufgebaute Paulskirche ist der Ort, an dem die junge Republik sich politisch und kulturell selbstkritisch und auf intellektuell hohem Niveau an die Öffentlichkeit richtete und stets – etwa mit der Verleihung des Friedenspreises, den der Börsenverein des Deutschen Buchhandels jährlich vergibt – weiterentwickelte. (Bild: Ursula Baus)
Zwischen Hochhäusern verzwergt: Die wiederaufgebaute Paulskirche ist der Ort, an dem die junge Republik sich politisch und kulturell selbstkritisch und auf intellektuell hohem Niveau an die Öffentlichkeit richtete und stets – etwa mit der Verleihung des Friedenspreises, den der Börsenverein des Deutschen Buchhandels jährlich vergibt – weiterentwickelte. (Bild: Ursula Baus)
Skandalisierung
Blick aus dem ehemaligen Regieraum in den Saal, 2019 (Foto: Moritz Bernoully)
Blick aus dem ehemaligen Regieraum in den Saal, 2019 (Foto: Moritz Bernoully)
Links: Schnitt durch die Paulskirche im Zustand 1848 und 1948 (Grafik: Feigenbaumpunkt); rechts daneben die Paulskirche während der Entrümmerung 1947 (Foto: Elisabeth Hase, Robert Mann Gallery, New York)
Links: Schnitt durch die Paulskirche im Zustand 1848 und 1948 (Grafik: Feigenbaumpunkt); rechts daneben die Paulskirche während der Entrümmerung 1947 (Foto: Elisabeth Hase, Robert Mann Gallery, New York)
Links: Entwurf des Saals, etwa 1946, Planungsgemeinschaft Paulskirche, Kohlezeichnung, Deutsches Architekturmuseum; rechts: Blick aus dem Regieraum, 1948 (Foto: Elisabeth Hase, Robert Mann Gallery, New York)
Links: Entwurf des Saals, etwa 1946, Planungsgemeinschaft Paulskirche, Kohlezeichnung, Deutsches Architekturmuseum; rechts: Blick aus dem Regieraum, 1948 (Foto: Elisabeth Hase, Robert Mann Gallery, New York)
Links: Treppenaufgang zum Saal, etwa 1946, Planungsgemeinschaft Paulskirche. Kohlezeichnung, Deutsches Architekturmuseum; rechts: Treppenaufgang etwa 1948 (Foto: Artur Pfau, Institut für Stadtgeschichte)
Links: Treppenaufgang zum Saal, etwa 1946, Planungsgemeinschaft Paulskirche. Kohlezeichnung, Deutsches Architekturmuseum; rechts: Treppenaufgang etwa 1948 (Foto: Artur Pfau, Institut für Stadtgeschichte)
Bestand und Analysen
Wandelhalle, etwa 1948 (Foto: Artur Pfau, Institut für Stadtgeschichte)
Wandelhalle, etwa 1948 (Foto: Artur Pfau, Institut für Stadtgeschichte)
Präsidentenzimmer mit Buntglasfenster von Karl Knappe aus dem Jahr 1952 (Foto: Moritz Bernoully, 2019)
Präsidentenzimmer mit Buntglasfenster von Karl Knappe aus dem Jahr 1952 (Foto: Moritz Bernoully, 2019)
Denkmalpflege und Ästhetik
Volk und Bürger
Pinnwand in der Ausstellung des DAM: Zu den eingesammelten "Stimmen" sollen Post-its – Klebezettel – mit Stimmen der Besucher kommen. (Bild: Ursula Baus)
Pinnwand in der Ausstellung des DAM: Zu den eingesammelten "Stimmen" sollen Post-its – Klebezettel – mit Stimmen der Besucher kommen. (Bild: Ursula Baus)
Eröffnung der Nationalversammlung (mit abgehängter Zwischendecke) am 18. Mai 1848, Kreidelithografie, Historisches Museum Frankfurt; rechts: Innensicht der Paulskirche mit Empore, etwa 1833, Tuschezeichnung (Hiistorisches Museum Frankfurt)
Eröffnung der Nationalversammlung (mit abgehängter Zwischendecke) am 18. Mai 1848, Kreidelithografie, Historisches Museum Frankfurt; rechts: Innensicht der Paulskirche mit Empore, etwa 1833, Tuschezeichnung (Hiistorisches Museum Frankfurt)
Zweierlei: Denkmal und Haus der Demokratie
Ein Mal mehr: Das Baugutachten muss her und die Paulskirche nach den Vorgaben des Denkmalschutzes saniert werden, der sehr genau weiß, wo und wie zeitgemäße Aspekte zu berücksichtigen sind. Wie ein Haus oder Forum der Demokratie aussehen muss – das möge der OB gern breit beraten, weist aber auf eine ganz andere Baustelle, bei der Benedikt Erenz in seinem Metier wäre. Er hat ja Recht, wo er verlangt, dass es einen Ort geben sollte, an dem über die Etappen der Demokratiegeschichte informiert, über den Zustand der Demokratie beraten und diskutiert werden kann. Am besten schenkt man gleich mehreren solcher Orte angemessene Aufmerksamkeit – in Hambach, in Weimar, in Frankfurt.
Der Paulsplatz, nach dem Entwurf von ASPLAN, 1975 (Foto: Department Studios Filmproduktion, Thomas Pohl, 2016)
Der Paulsplatz, nach dem Entwurf von ASPLAN, 1975 (Foto: Department Studios Filmproduktion, Thomas Pohl, 2016)
Im Deutschen Architekturmuseum bis zum 16. Februar 2020
Katalog
Maximilian Liesner, Philipp Sturm, Peter Cachola Schmal und Philip Kurz: Paulskirche. Eine politische Architekturgeschichte / A Political Story of Architecture. 27 x 19,5 cm, 160 Seiten, zahlreiche Abbildungen.
av edition Stuttgart, ISBN 978-3-89986-315-4,
in der Ausstellung 29 Euro, im Buchhandel 39 Euro
Das ist es mir wert
- 1Benedikt Erenz: Was wird aus der Paulskirche? In: Die Zeit, 12. Oktober 2017, Seite 21
- 2siehe dazu Philipp Oswalt: https://www.deutschlandfunkkultur.de/philipp-oswalt-zum-wiederaufbau-der-garnisonkirche-diese.1013.de.html?dram:article_id=451906
- 3Allenfalls ließe sich schließen, dass auch die Rekonstruktion der Garnisonkirche eine Fehlentscheidung gewesen ist, siehe dazu Philipp Oswalt >>>
- 4Erenz, 2017, s.o.
- 5Dazu veröffentlichen wir in Kürze hier einen Beitrag eines Denkmalpflegers.
- 6In einer Veranstaltung, zu der es in der Süddeutschen Zeitung hieß: "Einen ganz handfesten Rat gab die Frankfurter Hochschullehrerin und Konfliktforscherin Nicole Heitelhoff dem Oberbürgermeister auf seiner Suche nach Antworten mit. Mit Blick auf das gemischte, in Wahrheit aber doch recht homogene Publikum im Kaisersaal - alles Leute, die sich regelmäßig für städtische Dinge und das Zusammenleben am Main engagieren - empfahl sie, die Menschen anzusprechen, die sich nicht in den üblichen Zirkeln wie dem im Kaisersaal einfinden. Ihre Empfehlung: 'Gehen Sie zum Mainuferfest, zur Eintracht Frankfurt und zu den Festivitäten in den Stadtteilen!'" (Susanne Höll: Ein Denkmal wird saniert. In: Süddeutsche Zeitung, 22. August 2019, https://www.sueddeutsche.de/politik/frankfurter-paulskirche-ein-denkmal-wird-saniert-1.4572466)
- 7In einer Veranstaltung, zu der es in der Süddeutschen Zeitung hieß: "Einen ganz handfesten Rat gab die Frankfurter Hochschullehrerin und Konfliktforscherin Nicole Heitelhoff dem Oberbürgermeister auf seiner Suche nach Antworten mit. Mit Blick auf das gemischte, in Wahrheit aber doch recht homogene Publikum im Kaisersaal - alles Leute, die sich regelmäßig für städtische Dinge und das Zusammenleben am Main engagieren - empfahl sie, die Menschen anzusprechen, die sich nicht in den üblichen Zirkeln wie dem im Kaisersaal einfinden. Ihre Empfehlung: 'Gehen Sie zum Mainuferfest, zur Eintracht Frankfurt und zu den Festivitäten in den Stadtteilen!'" (Susanne Höll: Ein Denkmal wird saniert. In: Süddeutsche Zeitung, 22. August 2019, https://www.sueddeutsche.de/politik/frankfurter-paulskirche-ein-denkmal-wird-saniert-1.4572466)